Special zu Landtagswahl 2011

Endspurt im Wahlkampf: Sachsen-Anhalt hat die Qual der Wahl. Am 20. März entscheidet Ihr über den neuen Landtag. urbanite stellt euch in den nächsten Tagen, anhand von konkreten Fragen an die Politik, die Programme der Parteien vor.

Endspurt im Wahlkampf: Sachsen-Anhalt hat die Qual der Wahl. Am 20. März entscheidet Ihr über den neuen Landtag. urbanite stellt euch in den nächsten Tagen, anhand von konkreten Fragen an die Politik, die Programme der Parteien vor.

Sachsen-Anhalt stirbt aus. Es verlassen jährlich mehr Menschen das Land oder sterben weg als neue geboren werden oder zuwandern. Das Pferd von hinten aufzäumen möchte die FDP. Ein gestärkter Mittelstand schafft Jobs. DIE LINKE sieht hier mehr die öffentliche Hand gefragt. Mindestlohn (8,50 Euro) und mehr Jobs im Öffentlichen Dienst sind die „Wunderwaffe“ der Sozialisten. Auf Zukunft setzt die SPD: Innovative Forschung als Jobmotor für das Land stellen sich die Sozialdemokaten vor. Die CDU möchte das Problem bei der Wurzel packen: Nur wer gut ausgebildet ist, bleibt auch gern im Land. Aber nur, wenn das Berufsangebot stimmt. Darüber hinaus möchten die Grünen durch attraktive Kinderbetreuungsangebote das Land gerade für junge Familien attraktiver machen.

Wie will Ihre Partei die Abwanderung von jungen Menschen/Jugendlichen stoppen?

Für die CDU ist es wichtig, dass jungen Menschen in Sachsen-Anhalt Perspektiven geboten werden, um hier im Land eine Zukunft aufbauen zu können. Eine gute Schulische Laufbahn und die Option von Ausbildungsplätzen mit einer Aussicht auf einen späteren festen Arbeitsplatz im Land sind dafür wichtig. Wenn Jugendliche daran zielgerichtet arbeiten, wird die Jugendkriminalität eingedämmt. Auch Freizeitangebote wie Mitgliedschaften in Sportvereinen, bei der freiwilligen Feuerwehr o.ä. sorgen dafür, dass Jugendliche nicht in den Bereich der Jugendkriminalität abgleiten.

Junge Menschen brauchen eine Perspektive für sich und ihre Familien, d.h. gute Arbeitsplätze und ein lebenswertes Umfeld. Für gute Arbeitsplätze will die SPD gezielt die Wirtschaftsbereiche fördern, in denen Wachstum und Arbeitsplätze entstehen. Billiglohnstrategien lehnen wir ab. Dazu gehören Investitionen in Forschung und Entwicklung, um innovative Produkte entwickeln und herstellen zu können.
Wie geht es nach dem Abi weiter?

Wir können der Abwanderung nur begegnen, wenn wir dafür sorgen, dass hier gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Wir werden dafür eine Wirtschaftspolitik betreiben, die den Mittelstand wieder ins Zentrum rückt, die Vielzahl an Förderprogrammen strafft und vor allem Innovationen fördert. Dabei sehen wir die Fokussierung auf wirtschaftliche Schwerpunktcluster als zentrale Aufgabe.

Dem Trend zur Abwanderung junger Menschen, muss mit einem breiten Bildungsangebot und besseren Jobchancen begegnet werden. Attraktive Studienbedingungen, auch mit dualen Studiengängen und besserem Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte, sind ein wichtiger Standortfaktor. Diese gilt es zu erweitern. Um junge Familien im Land zu halten wollen wir ganztägige Betreuungsangebote ausbauen.
 
Jugendliche feiern den letzten Schultag
Fotos: Stefan Deutsch

Die Frage der Abwanderung junger Menschen ist aus Sicht der LINKEN ein komplexes Problem, für dessen Lösung es keine einfachen Antworten gibt. So wichtig für uns so genannte „weiche Standortfaktoren“ wie eine funktionierende Kinderbetreuung, bezahlbare Kulturangebote u.a. sind, reichen sie allein offenbar nicht, Jugendliche und insbesondere gut Qualifizierte hier zu halten. Denn bei aller berechtigter Kritik belegt hier Sachsen-Anhalt im Ranking der Bundesländer keine schlechten Plätze.

Eine zentrale Rolle bei der Entscheidung hier zu bleiben oder wegzuziehen, spielen augenscheinlich attraktive Berufsperspektiven und gute Einkommensbedingungen. Das kann Politik nicht allein bewirken. Sie kann und muss aber Bedingungen schaffen.

Im öffentlichen Dienst will DIE LINKE die Neueinstellungen deutlich erhöhen, um umgehend dem durch eine Vielzahl von Eintritten in den Ruhestand oder in die Rente drohenden Personalmangel vorzubeugen. Wir wollen, dass alle spezifisch für den öffentlichen Dienst Ausgebildeten, insbesondere Lehrerinnen und Lehrer, in Sachsen-Anhalt eine Stelle finden. Der Einstellungskorridor z.B. für Lehrkräfte soll dazu auf 1.700 Stellen in der nächsten Wahlperiode erhöht werden. Die Ausbildungskapazitäten sollen erweitert werden. Die Bereitstellung von Stellen wird aber nicht reichen, das Land muss für seine Beschäftigten und jungen Fachkräfte ein attraktiverer Arbeitgeber werden. Letztlich ist die Entscheidung über den Beruf und den künftigen Arbeitsort aber eine individuelle Entscheidung. Die freie Berufswahl steht für uns nicht zur Disposition. Es muss aber gelingen, dass mehr junge Leute auch nach Sachsen-Anhalt kommen.

DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass besonders in den innovativen Bereichen, im Umfeld von Hochschulen und Forschungszentren junge Unternehmen entstehen und sich behaupten können. In diesem Zusammenhang haben gute und interessante Studien- und Forschungsmöglichkeiten wie ein weltoffenes, tolerantes und kulturell reichhaltiges gesellschaftliches Leben einen hohen Rang.

Darüber hinaus will sie den Anteil von prekären Beschäftigungsverhältnissen senken, der in Sachsen-Anhalt zurzeit sehr hoch ist. Dazu will DIE LINKE ein Vergabegesetz auf den Weg bringen, das dafür sorgt, dass mindestens bei Aufträgen der öffentlichen Hand korrekt bezahlt wird und Stundenlöhne unter 8,50 Euro ausgeschlossen sind. Auf Bundesebene kämpft DIE LINKE für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn.

DIE LINKE setzt sich auch dafür ein, Bürgerinnen und Bürgern aus Sachsen-Anhalt zu helfen, wenn sie wieder nach Sachsen-Anhalt zurückkommen und sich hier eine Perspektive aufbauen möchten und sie auch gezielt für eine Rückkehr zu werben.

Weiterführende Links

CDU SPD FDP B90/Grüne Die Linke

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