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Gastro-Test: Alter Ofen

Seit nunmehr 40 Jahren lockt der Alte Ofen Studenten, Junggebliebene, Kreative und eingefleischte Fans der bodenständigen Hausmannskost in die Zieblandstraße 41.



Gäste, die das Studentenalter schon weit überschritten haben, kommen im Alten Ofen regelmäßig ins Schwärmen: „Hier hat sich nichts verändert.“ Auf das Läuten der Fleischpflanzerl-Glocke pünktlich um 22:30 Uhr (hier heißt es schnell sein, die frischen Schmankerl sind oft nach zehn Minuten schon vergriffen) ist heute noch genauso Verlass wie vor 30 Jahren. Und auch das Interieur hat sich kaum gewandelt: Stühle, Tische, Sessel und Sofas mit Patina sind wild durcheinandergewürfelt. Kleine Kunstwerke wie eine Sammlung abgesägter bunter Kuscheltierköpfe auf Geweihhalterungen oder verzierte Bierdeckel schmücken den Raum und die Holzverkleidung der Wände sorgt für einen hohen Gemütlichkeitsfaktor.

Was euch aber höchstwahrscheinlich noch vor den vielen detailverliebten Dekorationen ins Auge stechen wird, sind die Lampen. Denn diese Schmuckstücke sind wahrlich nicht zu übersehen. Was die wenigsten wissen: Hier hängt ein kaum einschätzbares Vermögen von der Decke. Die Lampen wurden von Ingo Maurer, einem der berühmtesten Industrie- und Lampendesigner Deutschlands, entworfen. Wie es dazu kommt, dass solche Design-Schätze in einer unauffälligen Studentenkneipe zu finden sind? Darüber schweigt sich die Besitzerin Susanne Iglesias nur allzu gerne aus und lässt damit Raum für Interpretationen und wilde Geschichten, die unter Kennern die Runde machen.

Schinkennudeln, Leberwurstbrot und Getränke zum Abwinken

Im Sommer stehen für Frischluftfans und Raucher vor dem Alten Ofen Biertische bereit. Aufgetischt wird bodenständige Hausmannskost. Die überschaubare Speisekarte bietet Ofen-Klassiker wie Chili con carne, Schinkennudeln mit Salat, Schnitzel Wiener Art oder Kasspatz’n mit Salat. Die Portionen sind äußerst großzügig und die Preise mit rund 6 bis 10 Euro sehr human. Im Sommer sind die frischen Salate mit gebackenem Schafskäse oder dem Griechischen Salat empfehlenswert, die mit Brot als Beilage serviert werden. Sie schlagen mit 6 bis 8 Euro zu Buche. Für den kleinen Hunger gibt es verschiedene Toasts, Kneipen-Klassiker wie Nachos mit Käse überbacken, Leberwurstbrot mit Gewürzgurke oder eine Portion Oliven. Die Gerichte liegen allesamt unter der 5-Euro-Marke. Die Dessert-Auswahl fällt mit Vanilleeis wahlweise mit Himbeeren oder Schokosauce (3,70 Euro) etwas mager aus.

3,30 Euro fürs Helle und neun weitere Biersorten

Anders als vielleicht die Speisekarte, lässt die Getränkekarte bestimmt keine Wünsche offen. Über zehn verschiedene Biersorten erfreuen den bajuwarischen Gaumen. Mit 3,30 Euro für ein 0,5-Helles liegt auch hier der Preis unter dem Münchner Durchschnitt. Was Rot- und Weißweine betrifft, dürft ihr zwischen jeweils vier verschiedenen Sorten wählen. Drinks wie Gin Tonic, Martini, Averna mit Eis und Zitrone und eine große Auswahl verschiedenster Shots runden das Angebot ab.

Fazit: Im Alten Ofen werden Freunde der Gemütlichkeit und der unkomplizierten Speisen für kleines Geld glücklich. Der Service ist aufmerksam, freundlich, aber nicht überpräsent. Zu späterer Stunde kann es extrem voll werden, dann empfiehlt sich eine Bestellung an der Theke.

Bewertung: 3/5


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