Himmel, schnell rein ins Café Zappeforster: Treffen mit Sandra Forster, ihr gehört der Laden am Gärtnerplatz. „Ich komme kaum dazu, mir andere Locations anzuschauen“, sagt Sandra Forster, „deshalb habe ich das Zappeforster gewählt.“ Das Mobiliar ist einfach, die Speisekarte übersichtlich: ein paar Gerichte mit Fleisch, ein paar ohne – und alle sehr preiswert. Sandra kennt sich mit vegetarischen und veganen Speisen bestens aus: Noch vor Kurzem war sie Teilhaberin des SAF im Zerwirk, wo ausschließlich veganes Essen serviert wurde. Heute kredenzt die ehemalige Piercerin im Café King, jener architektonisch puristischen und extrem angesagten Ex-Tankstelle in der Müllerstraße, vegane Snacks, die bei PRINZ-Gastro- Tests überdurchschnittlich gut ankamen. Und dann gibt es ja auch noch das Ausbildungsrestaurant Roeckl am Roecklplatz, das die 34- Jährige unter großem Me-dienrummel vorRINZ / Stadt ein paar Monaten eröffnete. Im Roeckl arbeiten sozial benachteiligte junge Leute, die so eine Chance auf den Berufseinstieg erhalten. Bei so vielen Projekten ist es kein Wunder, dass Sandra kaum Zeit hat, andere Lokale zu besuchen. „Ich habe bereits Pläne für ein weiteres Restaurant“, grinst sie, und dabei funkelt ihr auffälliger silberner Eckzahn, den sie sich vor einigen Jahren designen ließ. „Mir fällt der gar nicht auf, schließlich sehe ich ihn ja nicht“, sagt sie. „Ich lache mich nicht im Spiegel an. Ich werde bloß immer wieder von allen möglichen Leuten darauf angesprochen, und das erinnert mich dann an ihn. Ich mag ihn.“

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Die Tatsache, dass sie durch ihre Aktivitäten immer bekannter wird, liegt ihr hingegen nicht so, obwohl sie laut eigener Aussage eine große Klappe hat und ganz schön nerven kann. „Ich fühle mich vor Kameras nicht wohl; speziell die ganze Fernsehberichterstattung im Roeckl war der totale Albtraum für mich.“ Als ihre größte Pleite bezeichnet sie das Ende der Bar Hit The Sky (das heutige Netzer/Overath). „Das lief drei Jahre lang – von 2000 bis 2003 – super, brannte dann aber von einem Tag auf den anderen völlig aus. Das ist total bitter, wenn dir so ein Laden unter den Fingern wegstirbt – nicht nur finanziell. Das steckt mir immer noch in den Knochen.“ Was sie uns im Zappeforster nicht verriet: Dass sie ein Buch geschrieben hat. Titel: „Das Vegane Kochbuch“ – laut Amazon erscheint es im Juni. Und den Namen ihres neuesten Restaurants behält sie auch noch lieber für sich, gibt aber einen kleinen Hinweis: „Im weitesten Sinne asiatisch“.

PRINZ-Redakteur Elmar Salmutter leitet das Konzert-Ressort und ist als Vegetarier auch ein Kenner veganer Kost. Mit Sandra Forster war er Mittagessen im: Café Zappeforster, Corneliusstr. 16, Gärtnerplatzviertel, Tel. 20 24 52 50, tägl. 11-1 Uhr, Terrasse um die Ecke am Gärtnerplatz, U Frauenhoferstraße