Was bitte ist ein Pinax? Ein Ananaswürfel? Eine tropische Spinne? Nein, es ist griechisch für Bildtafel. Die alten Griechen malten lieber auf Holzplatten als auf Wände. Ihre Galerien nannten sie Pinakotheken. Mittlerweile ist der Begriff selten geworden, aber den Münchnern durch ihr Museumsviertel dennoch vertraut, denn hier stehen gleich drei Pinakotheken.

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Bewegt man sich zwischen Theresien-, Augusten-, Barer- und Karlstraße, ist man umgeben von Artefakten und Artworks aus allen Epochen der Kunstgeschichte. In der Alten Pinakothek: Schätze der Malerei vom 14. bis ins 18. Jahrhundert – Dürer, Cranach, da Vinci, Rubens und Rembrandt. Gegenüber, verwinkelt und in hellem Sandstein, die Neue Pinakothek mit wegweisender Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts – Monet, Cézanne und van Gogh, etwa die berühmten Sonnenblumen von 1888. Spacige Design-Objekte wie Armreif-Radios, Möbel sowie zeitgenössische Malerei fanden vor wenigen Jahren in der Pinakothek der Moderne ein neues Zuhause. Südwestlich der Pinakotheken befindet sich das Areal mit dem schönen Spitznamen „Isar-Athen“ – der prachtvolle Königsplatz mit seinen retroantiken Gebäuden. Die Glyptothek lädt ein ins Reich von Achill und Julius Cäsar. Ein paar Meter weiter leuchtet die städtische Galerie im Lenbachhaus in Ockergelb, mit ihrem traumhaft schönen mediterranen Garten und Architektur im Stil einer toskanischen Villa; im Inneren galoppiert der „Blaue Reiter“.

Und mit all dem nicht genug, denn neue Tempel für die schönen Künste sind bereits in Planung: Im Herbst 2008 eröffnet das Museum Brandhorst seine Sammlung mit Gegenwartskunst, und die Hochschule für Fernsehen und Film HFF baut gemeinsam mit dem SMÄK, dem staatlichen Museum für Ägyptische Kunst, an einem puristischen Neubau, der ab 2010 gemeinsam genutzt wird.

Da die Liebe zur Kunst bekanntlich durch den Magen geht, müssen ausgelaugte Museumsbesucher auch gepäppelt werden. Kein Problem, das Viertel bietet eine Fülle an Gastro-Herrlichkeiten. Spanische Spezialitäten warten in der Bar Triana, Giulia serviert besten italienischen Espresso, feine Asia-Küche findet sich in der Theresienstraße zuhauf, und das Café Jasmin lässt mit Eierlikör und Spitzen die 50ies lebendig werden. Nur eines kann man im Museumsviertel leider (noch) nicht: tanzen.