Nur eine Krisenmeldung unter vielen, auf die wir Münchner vermutlich lediglich mit einem entnervten Achselzucken reagieren werden. Wir sind’s ja gewöhnt – schließlich wird die Wiesnmaß auch jedes Jahr teurer. Und was kratzen uns bei unseren Rekordmieten noch ein paar Cent mehr pro Kasten August? Eben. Früher war das anders. Ganz anders! Googelt man die Begriffe „Bierpreiserhöhung“ und „München“, stößt man netwendend auf Begriffe wie „Bierkrieg, blutiger“ und „Bierrevolution“. So war 1844 die halbe Stadt auf den Beinen, weil der Preis für die Maß Bier um einen Pfennig (!) erhöht worden war. In den Brauereien fiel Kleinholz an, und Münchens Soldateska, die selbst gerne mal ein Bierchen kippte, sah einfach zu. Der Aufstand zeigte Wirkung: König Ludwig I. nahm die Preiserhöhung per Dekret zurück.

Auch 1995 hatte man sich noch nicht aufs Achselzucken verlegt: Bei der „Bayerischen Biergartenrevolution“ ging es nicht ums Diridari, sondern um die Öffnungszeiten der Biergärten. Über 20 000 Protestler erreichten zumindest einen Kompromiss. Und heute? Nehmen wir mehr oder weniger klaglos hin, dass die Brauereien Tegernseer und Augustiner extra ein „Disco-Bier“ in der 0,33-Liter-Flasche eingeführt haben, das in so manchem Münchner Club zum selben Preis verkauft wird, wie vorher die Halbe … cloat