Ankommen: Mag ja sein, dass Mama und Papa steif und fest behaupten, dass das Studium die Zeit des Lernens, Reifens und Wachsens sei. In der Realität ist das ganz anders. Vor allem die ersten Semester gehören dem „Erstsemestern“, also dem Flirten, Kennenlernen, Feiern und, ganz neu, „Netzwerken“ mit- und untereinander. Am besten geht das in München hier: Am Gärtnerplatz relaxen ist kostenlos und, was das Sehen und Gesehenwerden angeht, beinahe unschlagbar. Getränke und Essen holt man sich aus dem Supermarkt nebenan, vom Bergwolf oder der Guten Nacht Wurst in der Fraunhoferstraße oder bei Mama Afrika, der charmanten Dame, die mit ihrem Mofa rund um den Gärtnerplatz Bier verkauft. Alles allerdings eher im Sommersemester zu empfehlen. Feiern lässt es sich feuchtfröhlich und preiswert in den Drei Türmen (dreituerme.de). Etwas gediegener und gemütlicher geht es im Café Kosmos (cafekosmos.de) zu. Hier fühlt man sich eher wie auf einer großen WG-Party. Der Tipp für Leute, die ohne „Netzwerk“ nicht ins Bett gehen: Abschleppschuppen Nummer eins in München ist und bleibt die Milchbar (milchundbar.de).

Essen: Eines der allerwichtigsten Themen: Essen! Nichts leidet während der Studienzeit mehr als der eigene Magen. Dabei gibt es drei Formen von Martyrium: Hunger, weil der Geldbeutel leer ist wie der Campus in den Semesterferien. Übelkeit, weil man die Nudeln aus dem WG-Kühlschrank „ja noch essen kann“. Bauchschmerzen, weil sich Fast Food und Tiefkühlpizza langsam durch die Magenwand fressen. Hier sind einige preisgünstige Alternativen zum üblichen Wahnsinn:
1) Mensa: In den Uni-Mensen gibt es so günstig wie sonst nirgendwo ganz annehmbares Essen (1-3 Euro für ein Tagesgericht). Infos zu den Mensen unter studentenwerkmuenchen.de
2) Der Laden: Türkenstr. 37,Tel. 18 90 42 47, Mo-Fr 10-22, Sa/So 10-18 Uhr, zumladen.de
3) Asaka Running Sushi: Amalienstr. 39, Tel. 28 99 81

Kino: Kinobesuche werden, wie fast alles andere auch, immer teurer. Die meisten Kinobetreiber haben für sich den sogenannten Überlängenzuschlag entdeckt, der hemmungslos auf jeden Film berechnet wird, der auch nur eine Minute länger dauert als üblich. Auch generell muss man ab und an schlucken, wenn man sieht, wie Studenten hier das Geld aus der Tasche gezogen wird. Für so manchen Kinobesuch zahlt man so viel, dass das Geld auch für sieben Tage Instantnudeln oder andere Studi-Ausrüstung langen würde. Da kommt man automatisch ins Grübeln und während man das tut, verpasst man die neuesten Meisterwerke von Tarantino, Scorsese und Co. Bei diesen Kinos muss das nicht sein. Einerseits, weil sie wirklich günstig sind, andererseits weil es hier Studentenpreise gibt:
1) Das Mathäser ist ein sogenanntes Multiplex-Kino. In 14 Sälen wird fast ausschließlich Mainstreamkino gezeigt. Studentenrabatte und, noch viel spannender, die sogenannten Sneak-Previews machen den Kinobesuch günstiger. Sneak Preview? Heißt so viel wie: Eintritt zahlen und überraschen lassen, welcher Film gezeigt wird. Das kann ein erst viel später anlaufender Blockbuster sein – oder aber ein kleiner, feiner Film, den das Kino sonst nicht zeigen würde (Bayerstr. 3-5, Zentrum, Tel. 51 56 51, mathaeser.de).
2) Seit 30 Jahren läuft in den Museum Lichtspielen der Klassiker „Rocky Horror Picture Show“. Mit Freaks auf der Leinwand und neben einem im Kinosessel, ganz viel Konfetti und einer Mordsgaudi. Ansonsten zeigt das Kino zu günstigen Preisen Filme im O-Ton. Was, zusammen mit dem Rokoko-Design des Kinos, einfach herrlich authentisch kommt (Lilienstr. 2, Zentrum, Tel. 48 24 03).
3) Das Werkstattkino ist so was wie der Gallier unter den Münchner Kinos: Unbeugsam wird hier dem Mainstream die Stirn geboten, wie eine Bastion des guten, anspruchsvollen Geschmacks hält das Kino die Fahne des Independentkinos hoch. Mit Erfolg. Und zu Recht. Hier haben wir schon Filme gesehen, die man in der Videothek um die Ecke niemals finden würde. Geschweige denn in einem der gigantischen Multiplex-Kinotempel (Fraunhoferstr. 9, Gärtnerplatz, Tel. 260 72 50,Vorführungen nur nach Absprache und zu speziellen Events. Infos auf werkstattkino.de).
4) Münchens schönste Open-Air-Kinos sind so günstig, dass es eine Freude ist (Tickets schon ab 5 Euro), finden aber erst wieder im Sommer 2010 statt. Was hier an Klassikern und Blockbustern läuft, lässt jeden Filmfan behaglich seufzen. Auf dem Laufenden halten kann man sich schon mal hier: kinoopenair.de, kino-mond-sterne.de, kinoamolympiasee.de.

Lernen: Die Kunst des perfekten Referats, frei nach Martin Luther: „Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör‘ bald auf!“ Mindestens so wichtig wie der Inhalt ist die Präsentation eines Referates. Wer bei seinem Vortrag die Zuhörer vergisst, der befördert das kollektive Einschlummern. Unbedingt folgende Expertentipps beachten:
1. Auch bei freien Vorträgen den Redetext schriftlich formulieren und üben.
2. Einfach sprechen: kurze Sätze, wenige Fremdwörter.
3. Bei Vorformulierungen nicht nur Substantive aufschreiben, sondern auch Verben. Das ergibt schönere Sätze.
4. Folien nicht zu schnell wechseln. Sonst wird das Referat zum Trickfilm.
5. Das Gesprochene mit Gestik verstärken.

Und um das zu üben, hier die schönsten und ausgefallensten Plätze fürs ungestörte Lernen in München:
1) Klingt erst mal seltsam, ist aber so: Auf dem Friedhof am Perlacher Forst ist es so ruhig, dass man den Streber in sich schon flüstern hört. Außerdem ruhen hier die Helden der Weißen Rose. In edlerer Gesellschaft kann man nicht lernen (Stadelheimer Str. 24, Giesing, Okt.-Feb. 8-17, März/Sep. 8-18,Apr.-Aug. 8-19 Uhr,Tram 27, Bus 139 Schwanseestraße, muenchen.de).
2) Etwas zentraler, aber genauso ruhig und wunderschön: Der Südfriedhof am Glockenbach. Das Beste an diesem Lernplatz: Wenn das Lernen vorüber ist, kann man sich gleich in den Trubel des Viertels stürzen. Wie das dann endet, entscheidet die Tatsache, ob die Prüfung schon am nächsten Tag ist oder man „ja noch viel Zeit hat“ (Thalkirchner Str. 17, Glockenbachviertel, Okt.-Feb. 8-17, März/Sep. 8-18, Apr.-Aug. 8- 19 Uhr, U Sendlinger Tor,muenchen.de)
3) Kein Geheimtipp, aber vor allem im Winter einfach gut zum Lernen: Die Staatsbibliothek, kurz Stabi. Einerseits weil man hier seine Ruhe haben, andererseits weil man hier so wunderbar mit anderen ins Gespräch kommen kann. Muss jeder selbst entscheiden (Ludwigstr. 16, Zentrum, Tel. 28 63 80, Mo-So 8-24 Uhr, bsb-muenchen.de).
4) Billard, alte Bücher in wuchtigen Regalen, superbe, preisgünstige Küche, Sonnenuntergänge für lau und – am wichtigsten – viele, viele Studenten, die seit fast dreißig Jahren ins Baal kommen. Um zu lernen, sich auszutauschen und zur Ruhe zu kommen (Baal, Kreittmayrstr. 26, Maxvorstadt, Tel. 18 70 38 36, Mo-Fr 12-1, Sa/So 19-1 Uhr, osteria-baal.de).

Auf der nächsten Seite gibt es weitere Adressen und Tipps für Theater & Kultur, Yoga & Sportangebote sowie für Schwule & Lesben. Theater und Kultur: Alle Münchner Kulturstätten bieten preiswerte Tickets für Studierende an. Besonders günstig wird’s hier zum Beispiel beim Staatstheater am Gärtnerplatz (Gärtnerplatz 3, staatstheater-am-gaertnerplatz.de). 50 Prozent Ermäßigung sind eine Menge Holz. Die Münchner Kammerspiele (muenchnerkammerspiele.de) bieten für Studierende Kartenpreise von maximal 8 Euro. Toll: Im Kartenpreis mit inbegriffen ist die kostenlose Hin- und Rückfahrt mit dem MVV. Für Kunstliebhaber gibt es das Museum Brandhorst (Türkenstr. 19, museum-brandhorst.de). Hier warten Andy Warhol, Cy Twombly und Co auf die Besucher. Sonntags kostet der Besuch des Museums nur 1 Euro, was leider für regelmäßige Überfüllung sorgt. Unter der Woche kostet der Eintritt für Studenten nur 5 Euro. Noch ein Tipp: Last-Minute-Theater. An den Abendkassen der meisten Kulturinstitutionen gibt’s Restkarten oft zu Spottpreisen.

Yoga, Fitness und Co: Prüfungen, Studi-Partys, Referate, Dauerlernen, Finanzkrisen, Heimweh, Scheinirgendwo-verloren, Studiengebühren, Wohnungsnot, Unterernährung – an allen Ecken und Enden ist das Leben, oder zumindest die innere Balance, des leidgeprüften Studenten in Gefahr. Dagegen muss man was tun. Am besten etwas, das auch was bringt. Die Muckibude um die Ecke mag sicherlich geeignet sein, um Dampf abzulassen; fürs seelische Wohlbefinden aber kann man noch anders sorgen. Erste Möglichkeit: Joggen. Einfach solange über Münchens Jogging-Strecken laufen, bis der verhasste Professor X in Gedanken wie ein richtig netter Kerl wirkt. Zweite Möglichkeit: Genau die Stellen trainieren, die bei dauerhafter Stressbelastung am ehesten in Mitleidenschaft gezogen werden. Für den Rücken gibt es zum Beispiel spezielle Kurse oder gar Studios. Eine letzte Möglichkeit sind Rundum-Wohlfühl-Kurse: Yoga, Tai Chi zum Beispiel, aber auch verschiedene Wellnesseinrichtungen in München. So oder so: So was kann schnell teuer werden, darum Augen auf, bei der Wahl des Fitmachers! Hier einige Adressen, wo man relativ günstig Kraft tanken kann:
1) Ein riesiges Sportprogramm für Studenten bietet die ZHS München. Infos, Anmeldung und Angebot unter zhsmuenchen.de
2) Die Stadtbäder der Stadtwerke München sind günstig und bieten Entspannung pur. Infos und Adressen unter swm.de
3) Am Beach 38° gibt’s Outdoor- wie Indoor-Sportmöglichkeiten zu fairen Preisen. Außerdem kann man hier herrlich relaxen und sogar feiern: Beach 38° Friedenstr. 22c, Berg am Laim,Tel. 63 89 95 10, Mo-Fr 11-24, Sa/So 10-24 Uhr, beach38.de)
4) Günstiger als bei McFit trainiert man sonst nirgendwo: McFit, Landsberger Str. 17, Laim, Tel. 35 65 73 85, tägl. 24 Stunden geöffnet, weitere Studios auf der Homepage: www.mcfit.com
5) Spezialist für einen fitten Rücken mit bezahlbaren Preisen: Kieser Training, Tumblinger Str. 23, Isarvorstadt, Tel. 76 70 20 20, Mo-Fr 7.30-21.30, Sa/So 9-18 Uhr; weitere Studios auf der Homepage: kieser-training
6) Bei Airyoga gibt’s Einzelstunden schon für 18 Euro: Airyoga, Blumenstr. 6, Zentrum, Tel. 23 22 59 30, Mo-Do 9-22, Fr-So 10-20 Uhr, airyoga.com

Queer: Egal ob Glockenbachviertel, Christopher Street Day oder das Schwelgen in Erinnerungen (erlebt oder nacherzählt) an die glorreiche Zeit, als Freddie Mercury mit seiner Truppe München unsicher machte: Bayerns Hauptstadt ist eng mit der Regenbogenflagge verbunden. Hier einige Adressen:
1) Im Kraftakt gibt es leckere Burger, leckere Jungs, leckere Mädels und meist am Abend einen Riesenansturm. Und bitte nicht vom martialischen Namen einschüchtern lassen: Hier arbeitet eines der freundlichsten Teams in ganz München (Kraftakt, Thalkirchner Str. 4, Glockenbachviertel, Tel. 21 58 88 81, So-Do 10-1, Fr/Sa 10-3 Uhr, kraftakt.com).
2) Beim Queer Sunday im Café am Hochhaus geht die Post ab (Café am Hochhaus, Blumenstr. 29, Glockenbachviertel, Tel. 89 05 81 52, ab 21 Uhr, cafeamhochhaus.de)
3) So soll das sein: Schicke Location, tolle Leute, hellwacher Service, leckeres Essen und eine Lage, die das Weggehen nach dem Kennenlernen leicht macht. Einfach selig! (Selig, Hans-Sachs-Str. 3, Glockenbachviertel, Tel. 23 88 88 78, So-Do 7-1, Fr/Sa 7-3 Uhr, einfachselig.de)
4) Der Sub e.V. ist das Kommunikations- und Kulturzentrum für Schwule in München. Hier wird mit Rat und Tat geholfen, vermittelt, unterstützt (Sub e.V., Müllerstr. 43, Glockenbachviertel, Tel. 260 30 56, subonline.org).