Wenn der Winter mal wieder etwas länger dauert, kein Snickers in Reichweite ist und auch der Ski-Urlaub aufgrund der angespannten Finanzlage leider ausfallen musste, dann fängt man an nachzudenken: Was machen die Münchner eigentlich diesen langen grauen Tagen? Die Stadt München hält in Sachen Besucherzahlen städtischer Einrichtungen aufschlussreiche Statistiken bereit – and the winner is: die Bayerische Staatsbibliothek! Diese Institution, allenthalben liebevoll „StaBi“ genannt, konnte sich 2007 sage und schreibe 13 824 000 Besuchern rühmen. Umgelegt auf die Anzahl der Münchner im lesefähigen Alter hieße das, dass jeder Münchner rund zehnmal dort war, um zu stöbern, zu schmökern oder zu büffeln.

Aber so funktioniert das nun mal nicht. Denn die Leute, die in der StaBi die Köpfe rauchen lassen, gehören vermutlich ebenso zu einem Kreis üblicher Verdächtiger wie die knapp zweieinhalb Millionen, die 2007 die Fußballspiele in der Allianz- Arena verfolgten (Platz fünf der Statistik). Einen ausgeglichenen Querschnitt durch die Bevölkerung erhält man schon eher bei Rang drei – den knapp über viereinhalb Millionen Besuchern der Münchner Kinos. Ach ja, ganz vergessen habe ich die Plätze zwei und vier – und die belegen die Münchner Stadtbibliothek und die Universitätsbibliothek der LMU. Also doch: München, eine Stadt der Dichter und Denker! Lotte Darcy