Twitter und Facebook sind einfach toll – während man am Schreibtisch sitzt, erfährt man via Computer so ziemlich alles, was die Kumpels gerade so treiben. Neben neiderregenden Meldungen wie „… ist beim Weißwurschtfrühstück“ oder „… geht jetzt mal zum Chinaturm“ dienen die Internetportale aber auch zur Verbreitung von Warnhinweisen auf, nein, nicht Radar- sondern „Radlfallen“. So twittert eine Bekannte: „Achtung: Der penible Münchner Gesetzeshüter will mal wieder die Kassen füllen und ahndet verbrecherische Radfahrer in der Lindwurmstraße! Ampelübergang nur bei Grün und immer schön rechtsseitig radeln!“

Von wegen sportlich sein, Stress abbauen und etwas für die Gesundheit tun: Der Münchner Radfahrer an sich hat es mit so vielen Repressalien zu tun, dass das Radln eher noch den Stressfaktor erhöht. Nicht genug damit, dass die Herren und Damen von der Polizei – die sich übrigens neuerdings auch gerne mal im blauen Uniform-Dress und auf Mountainbikes unters Volk mischen – jede noch so kleine „Übertretung“ mit saftigen Bußgeldern oder sogar Punkten in Flensburg ahnden. Auch die Rentner dieser Stadt werden nicht müde, den Radlern immer und überall mit Benimmregeln Marke Eigenbau auf die Nerven zu fallen. Besonders schlimm aber wiegt, dass auch die Radler untereinander Krieg führen, und zwar nach dem Vorbild, das Deutschlands Autobahnen abgeben: Wer das teurere Bike hat, hat Vorfahrt. Da wird gedrängelt, geschnitten und geklingelt, was das Zeug hält. Lotte Darcy