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Schmerz, lass nach: Wissenswertes über den Schmerzreiz

Schmerz ist eine der unangenehmsten Empfindungen, vor allem in akuter Ausprägung. Er hat allerdings eine äußerst wichtige Funktion, denn er warnt den Organismus vor drohenden Schäden und kann somit Leben retten.

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Schmerz ist also ausgesprochen sinnvoll, um Lebewesen dazu zu bewegen, sich in gefährlichen Situationen richtig zu verhalten. Menschen mit vermindertem Schmerzempfinden haben zum Beispiel eine signifikant reduzierte Lebenserwartung.

Die Funktion von Schmerzen

Wer beispielsweise unter akuten Zahnschmerzen leidet, will nur noch, dass sie aufhören. Die eigentliche Funktion von Schmerz ist allerdings, als Warnsystem für den Körper zu dienen. Wenn mit dem Organismus etwas nicht stimmt, werden Alarmsignale ausgesendet; der auftretende Schmerz kann also lebenswichtig sein.

Egal, ob Schmerzen plötzlich auftreten oder regelmäßig wiederkehren und egal, wie stark der Schmerz empfunden wird: Grundsätzlich weisen Schmerzen auf gesundheitliche Gefahren und Verletzungen hin und sorgt dafür, dass Menschen alles tun, um diese zu verhindern oder zu beheben. Der instinktive Wunsch nach Schmerzlinderung sorgt dafür, die richtige Entscheidung zu treffen. Ein Betroffener wird die Hand schnell von der heißen Herdplatte nehmen, eine im Heilungsprozess befindliche Wunde nicht zu stark belasten oder einen kranken Zahn versorgen oder entfernen lassen.

Schmerzempfinden sorgt zudem für wertvolle Lerneffekte. Oft genügt ein einziges schmerzhaftes Erlebnis, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Niemand wird bewusst ein zweites Mal die Hand auf die heiße Herdplatte legen – man lernt schnell, was wehtut und wie man den Schmerz vermeiden kann. Manchmal sind solche Vermeidungsstrategien allerdings weder rational noch sinnvoll. Wer einmal Schmerzen bei einer Zahnbehandlung erdulden musste, hat danach oft dauerhaft mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Angst vor dem Zahnarzt zu kämpfen. Um langfristige Schäden am Gebiss zu vermeiden, ist es aber notwendig, sich regelmäßigen Kontrollen zu unterziehen und Zahnprobleme zu behandeln. An zahlreichen Standorten, darunter auch in München, können Betroffene Zahnarztpraxen aufsuchen, die auf Angstpatienten spezialisiert sind.

Schmerzkommunikation

Es gibt verschiedene Arten von Schmerzen: pochend, stechend, klopfend, drückend, dumpf, lähmend und viele mehr. Je besser der Patient beschreiben kann, wie sich ein Schmerz anfühlt, umso leichter kann der Arzt herausfinden, was den Schmerz auslöst und angemessene Maßnahmen ergreifen. Rezeptoren zur Wahrnehmung von Schmerzreizen sitzen überall am und im Körper: In der Haut, in den Organen, in Bändern und Muskeln und natürlich auch in den Zähnen.

Reize wie Wärme, Kälte und Druck werden von diesen Rezeptoren aufgenommen und über das Rückenmark, das zugleich die Reflexe steuert, ans Gehirn weitergeleitet. Ein großer Schmerzreiz sorgt dafür, dass der menschliche Körper besonders schnell reagiert. Mit Betäubungsmitteln lassen sich Schmerzen zeitweise künstlich ausschalten. Das ist aber nur sinnvoll zur Überbrückung eines gewissen Zeitraums oder während einer potenziell schmerzhaften Behandlung. Erst die richtige Diagnose und die Behebung der Schmerzursache beseitigt zum Beispiel Zahnweh dauerhaft, sodass man Nüsse, Kerne und Trockenfrüchte wieder sorglos genießen kann.

Individuelle Schmerzskala

Schmerz ist nicht eindeutig physisch messbar, sondern wird immer subjektiv wahrgenommen. Den meisten Schmerzpatienten fällt es schwer, den Grad ihrer Schmerzen zu beschreiben. Mediziner arbeiten mit einer Skalenbewertung für den Schweregrad von Schmerzen. Damit können sie sich besser mit dem Patienten darüber verständigen, wie schlimm der aktuelle Schmerz verspürt wird. Meistens kommen für die Einschätzung numerische Skalen von 1 bis 10 zum Einsatz, bei Kindern werden lächelnde oder traurige Smileys verwendet. Auch eine Beeinträchtigung von Bewegungsabläufen kann zum Beispiel über Sitz und Intensität eines Schmerzes Aufschluss geben. Und nicht zuletzt hat die psychische Verfassung Einfluss darauf, ob jemand Schmerzen besser oder schlechter ertragen kann.

Chronische Schmerzen

Bei Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten, spricht man von chronischen Schmerzen. Diese dauern manchmal an, obwohl ihre ursprüngliche Ursache bereits beseitigt oder geheilt ist. Die Schmerzforschung geht davon aus, dass sie häufig die Folge eines aufgrund einer Fehlfunktion überempfindlich gewordenen Nervensystems sind. Herkömmliche Schmerzmittel helfen bei chronischen Schmerzen oft nicht. Diese können dann mit nicht-medikamentösen Behandlungen wie physiotherapeutische Maßnahmen und speziellen Medikamenten therapiert werden.


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