Franz Schubert WINTERREISE
Er wolle ihnen „einen Zyklus schauerlicher Lieder vorsingen“, kündigte Schubert seinen Freunden im März 1827 an: „Sie haben mich mehr angegriffen, als dieses je bei anderen Liedern der Fall war.“ Noch auf dem Sterbebett brachte er im November 1828 Korrekturen an der Winterreise an, die ̶ geschrieben auf hochexpressive Gedichte von Wilhelm Müller ̶ zum berühmtesten Liederzyklus der Musikgeschichte werden sollte.
Im Konzert des Instituts für Musikwissenschaft der LMU München am 13. November wird die Winterreise so originalgetreu wie selten zu hören sein. Julian Prégardien, der Lied- und Oratorieninterpret von Weltrang mit besonderer Neigung zu Schubert, singt die Lieder in der hohen, nämlich Tenor-Lage, für die sie komponiert wurden. Daniel Heide begleitet auf einem der schönsten Wiener Hammerflügel der Schubert-Zeit, der noch spielbar ist: dem 1825 von Nanette Streicher & Sohn erbauten oberschlägigen Flügel des Instituts für Musikwissenschaft, dessen 200. Geburtstag wir dieses Jahr feiern können. Schuberts Klaviersatz klingt darauf in genau der reichen Farbigkeit, die Schubert sich für die Winterreise vorstellte.