Was ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen Comedy und Kabarett?
Kabarett geht in die Tiefe und will den guten Menschen herausschälen. Comedy geht in die Breite und zielt auf die witzigen, teilweise auch billigen Gags ab. Ich habe schon immer eine Mischform betrieben. Meine Botschaft soll locker und unterhaltsam sein. Die Leute bezahlen schließlich Eintritt, weil sie lachen wollen. Schließlich weiß man: Wer viel lacht, wird weniger krank.

Wirklich? Ist das so?
Natürlich. Das weiß doch jeder.

Was machen Sie, wenn Sie auf der Bühne eine Pointe versemmeln?
Einfach die nächste ziehen. Ich habe ja das große Glück, dass mein Programm nicht lediglich aus sechs Gags besteht.

Ich habe neulich einen Witz erzählt und keiner hat gelacht. Was machen Sie, wenn Ihnen das passiert?
Mal ganz ehrlich: Mir passiert so etwas selten. Das heißt aber nichts, machen Sie sich keine Sorgen. Jeder hat eine Begabung. Meine ist eben die, dass ich Dinge ganz witzig erzählen kann.

Es gibt sie also, diese „Funny Bones“. Man kann nicht lernen, witzig zu sein?
Die gibt es. Und leider auch diese „Not So Funny“-Bones. Die muss man auch zu erkennen wissen: Das Schlimmste ist, wenn ein Oberbürgermeister meint, auf dem Volksfest unbedingt Witze erzählen zu müssen.

Trotzdem haben da viele Leute gelacht.
Wolfgang Schuster wird als einer der besseren OBs in die Geschichte der Stadt eingehen – auch wenn das momentan noch wenige so wahrnehmen. Der Mann war ein guter Sachverwalter für die Stadt. Das nach außen lockere Wesen von Manfred Rommel geht ihm ziemlich ab. Jetzt, da der ganze Druck von ihm abgefallen ist, wirkt er plötzlich unglaublich locker und sympathisch.

Gehen Sie zur Oberbürgermeisterwahl? Was ist ihr Tipp?
Auf jeden Fall. Ich denke, das wird eine spannende Geschichte. Ich glaube, Frau Wilhelm wird noch für eine Überraschung gut sein.

Seit 2008 engagieren Sie sich mit der „Stiphtung“ für allerlei gute und gemeinnützige Dinge. Sie haben zum Beispiel den Max-Eyth-See davor bewahrt, ein Tümpel zu werden.
Ich hatte die Idee, und habe sie einfach mit vielen großzügigen Partnern zusammen umgesetzt. Ich verfolge gute Ideen gerne sofort. Mittlerweile ist die Stiphtung ein großer Betrieb, der professionell Gutes tut. Das ist doch wunderbar.

Machen Sie das auch, um zu zeigen, dass Sie mehr sind als einer, der Witze erzählt?
Mit Sicherheit. Ich stehe seit über zwei Jahrzehnten auf der Bühne und mache mich lustig über Menschen, Parteien und Institutionen, die etwas tun, es aber nicht – oder zumindest nicht fehlerfrei – hinbekommen. Das ist witzig, ja. Aber eben auch destruktiv. Auch deswegen wuchs in mir der Wunsch, selbst etwas zu tun.

Noch etwas Unerfreuliches: Meine Freundin meinte, Sie müssen unbedingt etwas mit Ihren Haaren machen!
(lacht) Ist das so? Lassen Sie die bloß nicht mit meiner Freundin telefonieren. Komisch: immer mehr Menschen möchten sich mit mir über meine Frisur unterhalten, was ist denn los? Wir reden hier über mein Markenzeichen! Sowas lässt man nicht einfach abschneiden, schon gar nicht von einem Friseur!

Das Gespräch führte Michael Setzer