SPIEL IM SCHLOSS Franz Molnars avantgardistisch an-gehauchte Komödie von 1926 hat der Germanist Volker Klotz ausgegraben und mit Intendantin Edith Koerber (Regie) eingerichtet. Stark gestrafft, im futuristisch-anspielungsreichen Bühnenbild von Stephen Crane und mit dem hinreißenden Cornelius Nieden als gewitztem Strippenzieher schillern die Dialoge zwischen zwei routinierten Dramatikern, einem naiven Jungkomponisten und seiner mit einem Knallchargen fremdgehenden Verlobten als zeitloser, surrealer Boulevard mit doppeltem Boden. ib

REVUE DER ELEMENTE Erstaunlich, was sich mit den Händen alles zaubern lässt. Der usbekische Schattenspieler Mikhael Mikheleev zeichnet im neuen Friedrichsbau-Programm einen ganzen Zoo – vom Eisbären bis zum Krokodil – überaus fingerfertig an die Wand. Aber auch die „großen“ Acts wie das Duo La Vizio (Fo.), das in Zeitlupe atemberaubende Partnerakrobatik zelebriert, überzeugen. Abgerundet wird die Inszenierung des Stuttgarters Ralph Sun durch das tolle, multimediale Bühnenbild und die stimmgewaltige Sängerin Franziska Becker, die durch das Programm führt. ks

6 AND THE CITY 2 Nach der erfolgreichen ersten Staffel schreiben auch im zweiten Teil von „6 and the city“ sechs Stuttgarter Autoren über ihre Stadt. So weit wie der Blick des Publikums vom Spielort auf dem Fernsehturm reicht auch das Spektrum der Stücke, das Schwarzhumoriges (grandios: Tilman Raus Komödie „Im Trauerzimmer“) ebenso umfasst wie Trashiges (Felicia Zellers „Telekolleg Tatort“), Historizierendes (Irene Ferchls etwas langatmiger Brief im Stil von Annette von Droste-Hülshoff) und Musikalisches (PeterLichts „Stuttgart-Hymne“). ks