Erst seit wenigen Minuten hat der Headshop geöffnet und trotzdem stehen schon drei Kapuzenpulliträger vor mir in der Schlange. Keiner kauft alberne Kiffer-Accessoires – alle wollen Spice. Ich auch. Schließlich machen Boulevardmagazine nun seit geraumer Zeit Werbung für die neue, gefährliche und bislang noch legale Droge. Zeit, das selbst zu versuchen. „Riecht wie Lebkuchen“, „Ja, Weihnachten“, „Nee, Fisch“ – die Meinungen gehen auseinander in Conny’s Küche, die ihre Wohnung zum Drogentest zur Verfügung stellt. Es schmeckt, als würde man einen nassen Grasfleck auf einer Jeans lutschen. Weil niemand etwas merkt, drehen wir noch eine Tüte und noch eine … schmeckt noch immer nicht.

Nachdem wir auf die stärkere Spice Version umsteigen, verzieht’s uns zu siebt ins Wohnzimmer. „Mein Herz rast“, glaubt Conny. „Ich glaub, ich hab‘ keinen Puls“, sagt Kata. Thekla träumt auf der Couch und im Hintergrund läuft The Cure. Wir spielen Stadt/Land/Fluß und diskutieren, ob Garfield als „Schauspieler“ zählt. Sandra sagt: „Glooney, George Glooney“. Anja, die nur Wein getrunken hat, pöbelt ein bisschen. Ansonsten sind wir matt und irgendwie müffelt’s . Nächsten Monat wollen wir Crack versuchen. ms