Sie haben in Hamburg Schauspiel studiert, wohnen inzwischen in München und Berlin. Dass Sie aus Stuttgart kommen, weiß kaum einer. Für welche Stadt schlägt denn nun Ihr Herz?
Auf Grund meines Aussehens werde ich oft für eine Hanseatin gehalten. Ich stelle aber immer richtig dass ich Stuttgarterin bin. Immerhin bin ich hier aufgewachsen. Studium dann in Hamburg, geheiratet haben wir in Berlin, unsere Tochter ist in München geboren – mein Herz schlägt für alle vier Städte.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Jugend in Stuttgart und dem Remstal?
Natürlich. Einmal die Woche bin ich mit meiner Mutter nach Stuttgart zum Shoppen gefahren. Zu Korbmayer und in die Markthalle, ein Ort, den ich in Stuttgart immer noch sehr mag.

Ordnung und eine gute Portion Spießertum wird den Schwaben gerne nachgesagt. Wie ist das bei Ihnen?
Also die Kehrwoche ist wirklich nicht mein Ding. Ich bin in einem sehr liberalen Haushalt aufgewachsen: Mein Vater war Musiker, meine Mutter Tänzerin. Das ist alles andere als eine spießige Familie. Ordentlich bin ich allerdings schon…

Ihre Kollegin und Freundin Charlotte Schwab bezeichnet Sie außerdem als Genussmenschen.
Ja, das stimmt wohl.

Inwiefern?
Wenn ich hier bin, geht es schon mal zu Vincent Klink in die Wielandshöhe. Er ist ein großartiger Koch. Aber um ehrlich zu sein, esse ich am liebsten bei meinen Eltern, die auch hervorragend kochen. Da gibt es dann Maultaschen, Spätzle oder Königsberger Klopse.

Man kennt Sie aus der ZDF Krimiserie „Das Duo“, in der Sie seit 2006 mit Charlotte Schwab auf Verbrecherjagd gehen. Was reizte Sie an dieser Rolle?
Ein Grund, warum ich zugesagt habe, war Charlotte Schwab, die ich bis dahin nur von der Bühne, aber nicht persönlich kannte. Mein Instinkt hat mich nicht getäuscht: Es ist eine enge Freundschaft entstanden, inzwischen ist sie die Patentante meiner Tochter.

Was ist der Unterschied zu männlichen TV-Kommissaren?
Man kann andere Themen ansprechen. Als ich hochschwanger war, wurde das sogar in die Folge integriert.

Mit „Härtetest“ hatten Sie 1997 ihren Durchbruch. Auch hier ging es darum, was ist männlich, was ist weiblich…
Seit ich ein Kind habe, denke ich anders darüber. Früher gab es für mich keine Unterschiede. Jetzt weiß ich: Es gibt Dinge, die können Männer nicht und andersherum. Ich arbeite, aber ich genieße auch meine Rolle als Mutter und will nicht dagegen ankämpfen.

Zieht es Sie wieder auf die Bühne?
Ja, bald ist es wieder an der Zeit fürs Theater. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, mal in Stuttgart zu spielen. Mein Bezug zum Stuttgarter Theater ist groß. Als Kind war ich sehr oft im Kleinen Haus und Großen Haus. Stuttgart hat eine wahnsinnig tolle Musik- und Theaterszene.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Theaterstück, das Sie hier gesehen haben?
Ja, das war Peer Gynt am Schauspielhaus mit Rudolf Kowalski in der Rolle des Peer Gynt – ich fand ihn großartig.

Hat Sie das Stuttgarter Theater überzeugt, Schauspielerin zu werden?
Absolut. Ich habe lange Ballett getanzt, habe aber mit 16 gemerkt, dass das Schauspiel eher meins ist. Und so bin ich nach dem Abitur nach Hamburg auf die Schauspielschule gegangen. Ich kann also durchaus sagen, dass ich dem Stuttgarter Theater meinen Beruf zu verdanken habe.