Alexander, diese vorzeitige Kündigung ist bei Eurem Namen Raum – aufzeit besonders bitter, oder?
Das stimmt, doch uns war klar, dass wir spätestens Ende März das Feld räumen müssen.

Geht das rechtlich in Ordnung?
Leider ja. Das haben wir natürlich sofort prüfen lassen. Wir wollten auch sofortgegensteuern, um bis Ende März bleiben zu können.

Aber scheinbar ohne Erfolg.
Der Eigentümer hatte keinerlei Spielraum mehr – auch, weil das Gebäude zum Teil abgerissen wird und wir sowieso schon viel länger vor Ort waren als die eigentlich geplanten zwei Jahre. Und ich möchte die Idee der Zwischennutzung keinesfalls in einer Blockade oder einem Streik enden lassen.

Gab es Probleme mit dem Vermieter?
Mit dem Vermieter CA Immo hatten wir ein ganz normales Verhältnis, bei dem es nie Anlass zu Ärger gab.

Begeistert waren die Mieter von dieser Kündigung wahrscheinlich nicht…
Nein, das war ein großer Schock für uns alle. Allerdings haben wir natürlich schon Ersatzobjekte im Auge.

Wo?
Das darf ich leider noch nicht sagen. Ich kann aber verraten, dass es sich derzeit um zwei Objekte handelt, die wir schon länger im Visier haben. Ein drittes haben wir leider kurzfristig wieder verloren.

Stehen die Objekte ebenfalls zeitlich begrenzt zur Verfügung?
Ja, zunächst werden sie auf zwei oder drei Jahre begrenzt sein.

Wie viele der bisherigen Mieter werdet Ihr mitnehmen können?
Durch diese unerwartete Situation leider nicht alle. Es gibt aber etliche Mieter, die schon ihre Kündigung eingereicht haben. Und das finde ich gut, denn das ist schließlich der Grundgedanke hinter Raumaufzeit: Wir wollen eine Startrampe sein, die günstige Flächen an junge Kreative vermietet. Es freut uns natürlich zu sehen, dass diese uns irgendwann verlassen und eigene Wege gehen.

Ist euer Engagement von der Stadt von Anfang an gewürdigt worden?
Die Stadt fand unsere Arbeit immer gut, was man ja auch an der Wirtschaftsförderung oder ihrer aktuellen Hilfe bei der Vermittlung der Ersatzobjekte sieht. Ist ja ein schönes Thema, und das sieht die Stadt glücklicherweise auch. Sie hatte bislang immer ein offenes Ohr für uns.

Und was macht Dir am meisten Spaß an deiner Arbeit?
Zwischennutzung ist dann am schönsten, wenn man einen tollen Ort zu neuem Leben erweckt. Im H7 saßen früher Bahnbeamte, jetzt haben es jahrelang Kreative genutzt. Auch in der Türlenstraße war es ein krasser Wechsel von Mercedes Benz zum Staatstheater.
Deswegen finde ich auch Projekte wie die alte Stadtbibliothek toll. Daran sieht man, dass das Thema Zwischennutzung bei den Menschen endlich angekommen ist. Das war mal eine Bücherei, jetzt kannst du dort mit einem Bier in der Hand Musik hören.

Was wird Dir am meisten am H7 fehlen, was wirst Du überhaupt nicht vermissen?
Das schöne Foyer wird mir fehlen. Vom Zustand der Sanitäreinrichtungen kann ich mich aber gar nicht früh genug verabschieden.

Das Gespräch führte Björn Springorum