19 °C Mo, 26. Juli 2021 Uhr
Prinz.de  ›  Regional  ›  Cool bleiben: Diese Stoffe ziehen wir im Sommer bei Hitze an

Cool bleiben: Diese Stoffe ziehen wir im Sommer bei Hitze an

Wenn uns im Sommer mal wieder eine Hitzewelle überrollt, geraten wir unweigerlich ins Schwitzen. Während sich das Wetter nicht ändern lässt, können wir zumindest unsere Kleidung anpassen. Auf schweißtreibende Klamotten können wir jetzt getrost verzichten. Zum Glück gibt es Stoffe, die einen kühlenden Effekt für die Haut haben. Wir verraten euch, was die angenehmsten Stoffe für den Sommer sind.

PRINZ Tweet

Warum Naturfasern ideal für den Sommer sind

Heiß aussehen? Gerne. Heiß fühlen? Nein, danke. In der Sommerhitze wünschen wir uns vor allem eins: Abkühlung. Die findet ihr jetzt in der Eisdiele oder im Freibad. Ansonsten könnt ihr auch mit der passenden Bekleidung vorsorgen. Tatsächlich solltet ihr beim Shopping mal genauer auf die Stoffqualität zu schauen. Denn das verwendete Material verrät: Hot or not. Luftige Stoffe ersetzen vielleicht keine Klimaanlage, aber es lohnt sich, ihnen den Vorzug vor Stoffen zu geben, die dich erst recht zum Schwitzen bringen. Vor allem Naturfasern überzeugen in der warmen Jahreszeit mit ihren Klimaeigenschaften.

Für Blusen und Hemden, Kleider und Hosen: Leinen

Im Sommer liegt Leinen jedes Jahr aufs Neue im Trend. Die Flachsfaser zählt zu den beliebtesten Sommerstoffen, denn sie ist luftig gewebt und liegt locker-leicht auf der Haut. Der Stoff ist atmungsaktiv und wirkt feuchtigkeitsregulierend, das heißt, Leinen nimmt Feuchtigkeit auf, trocknet aber auch schnell wieder. Die Eigenschaften sind ideal, wenn euch auch ohne körperliche Anstrengung bereits die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Warum trägt man im Sommer dann nicht nur luftige Leinenkleidung?

Leinen ist kaum dehnbar und sehr knitteranfällig. Nach dem Sitzen bleiben die Falten zunächst im Stoff, sodass das Sommerkleid nicht mehr wie zuvor fällt. Durch Bügeln mit reichlich Dampf kann man diesem Effekt vorbeugen und den Stoff geschmeidiger machen. Ein bisschen aufwendig ist das aber schon, vor allem wenn es draußen ohnehin so heiß ist. Wer hat da noch Lust, Hemden oder Röcke zu bügeln? Außerdem gut zu wissen: Vor allem helle Leinenhosen oder -röcke sind oft halbtransparent. Wer das Durchschimmern von Unterwäsche vermeiden möchte, greift zu dunkleren Teilen oder einem Bekleidungsstück aus festerem Leinen. Der ideale Begleiter am Abend ist übrigens der Leinenblazer: leicht und luftig, aber Schutz genug, wenn es nach Einbruch der Dunkelheit doch einmal auffrischt.

Bekleidung aus Baumwolle ist ebenfalls atmungsaktiv und im Gegensatz zu Leinenkleidung überaus pflegeleicht. Inzwischen behalten hochwertige Baumwollstücke auch nach mehrmaligem Waschen ihre Form und dürfen mitunter sogar in den Trockner. Tatsächlich benötigen Baumwollstoffe wie Jersey etwas mehr Zeit, wenn man sie an der Luft trocknen lässt. Das ist auch auf der Haut spürbar.

Ein einmal nass geschwitztes T-Shirt trocknet nicht ganz so schnell wie eine Leinenbluse. Leichtere – und schneller trocknende – Alternativen zum Jersey sind zum Beispiel Musselin (Blusen und Röcke) und Seersucker (Sommersakkos und Hosen), die ebenfalls aus Baumwollfasern gefertigt werden.

Edler Chic für leichte Sommerkleidung: Seide

Eine weitere Naturfaser ist das Produkt der Seidenraupe. Seide schimmert edel in der Sommersonne und hat einen angenehmen Kühleffekt. Der Tragekomfort von Seidenkleidung ist deshalb im Sommer unschlagbar. Leider ist die Pflege etwas aufwendiger.

Die kostbaren Teile aus Seide sind in der Regel nichts für die Maschine, sondern müssen mit der Hand gewaschen werden. Ähnlich wie bei Wolle kann man dabei trotzdem einiges falsch machen. Wichtig: Bei der Handwäsche dürfen die Textilien keinesfalls ausgewrungen werden, stattdessen drückt man das Waschwasser nur vorsichtig heraus. Wenn euch das zu kompliziert ist, lasst ihr die Seidenbluse besser im Geschäft.

Coole Sache: Viskose, Modal und Lyocell

Ein fließender Stoff, der weich und glatt mit einem Kühleffekt auf der Haut liegt, ist Viskose. Im Stoffgeschäft findet man die Meterware manchmal auch unter dem Begriff Rayon. Der Ausgangsstoff für die coole Faser ist Holz. In einem speziellen Verfahren wird die Cellulose aus dem Holz gelöst und schließlich zu einer Faser weiterverarbeitet, die aufgrund ihrer Eigenschaften auch als Kunstseide bekannt ist – allerdings mit einem großen Vorteil: Viskose-Kleidung könnt ihr meist bei 30 °C in der Maschine waschen. Im Zweifelsfall hilft ein Blick auf die Waschsymbole auf dem Etikett.

Es gibt unterschiedliche Arten von Viskose. Modal ist ein begehrter Stoff für Unterwäsche, während Lyocell – auch unter dem Markenname Tencel bekannt – eher für Oberbekleidung verwendet wird. Eine Hose aus Viskose lässt sich im Sommer einfach mit einem Baumwoll-Top kombinieren. Abends darf es mit einer Leinenhose und einem Blusenshirt aus zart fließender Viskose etwas eleganter sein.

Auf welche Stoffe ihr im Sommer besser verzichtet

Kunstfasern wie Polyester, Polyamid und Polyacryl werden aus Erdöl gewonnen. Sie sind zwar schnell trocknend, nehmen aber kaum Feuchtigkeit auf. Dadurch bildet sich beim Schwitzen ein feuchter Film auf der Haut. In der Folge machen sich körpereigene Bakterien daran, den Schweiß zu zersetzen und es kommt zum typischen Schweißgeruch. Weil die Kleidung außerdem nicht atmungsaktiv ist, kommt ihr in den synthetischen Fasern sogar noch schneller ins Schwitzen.

Auch den Lederrock oder die Lederhose lasst ihr im Sommer besser im Kleiderschrank hängen. Das dichte Naturmaterial ist jetzt einfach zu warm und bleibt in der Sommerhitze schnell an der Haut kleben. Zu Leder greifen wir höchstens bei Sandalen und Sandaletten. Ansonsten kommt ihr jetzt auch mit luftigen Sneakern aus Canvas und leichten Ballerinas gut durch den Sommer.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.