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Die größten Firmen in Stuttgart und ihre Entwicklung

Wir Stuttgarter sind stolz auf unsere Stadt und wofür sie steht. Neben hausgemachten Spätzle sowie vielen Grünanlagen stehen wir vor allem für eine blühende Wirtschaft. Diese verdanken wir besonders den großen Konzernen, die nicht nur für eine niedrige Arbeitslosenquote sorgen, sondern auch das Bild der Stadt langfristig geprägt haben. Aus diesem Grund wollen wir ein wenig genauer auf unsere drei größten Firmen eingehen. Wie haben sie unsere Region zu der gemacht, die wir heute schätzen? Wie gestaltet sich die Zukunft?

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Allgemein positive Entwicklung

Stuttgart ist die exportstärkste Metropole und insgesamt auf dem fünften Platz der wirtschaftlich stärksten Städte Deutschlands. Dies liegt vor allem daran, dass die sechst größte Stadt Deutschlands im direkten Vergleich relativ jung ist. Sowohl das kulturelle Leben als auch die Wirtschaft profitieren enorm von der hohen Studentenanzahl. Die Zahlen der letzten Jahre zeigen einen klaren Aufwärtstrend in der Anzahl der Beschäftigten:

Statistik der Bundesagentur für Arbeit und IMU-Berechnungen

Welche sind die drei größten Unternehmen der Region?

Diese positive Entwicklung verdankt Stuttgart zum einen vielen mittelständischen Betrieben. Zum anderen vor allem den drei größten Firmen der Stadt. Bei diesen handelt es sich gemessen an der Mitarbeiter-Zahl um:

  • Daimler AG – 44.000 Mitarbeiter (weltweit 299.000)
  • Robert Bosch GmbH – 18.000 Mitarbeiter (weltweit 410.000)
  • Porsche AG – 10.700 Mitarbeiter (weltweit 32.300)

Dieses Ranking ist wenig überraschend: Zwei Automobil-Hersteller sowie einer der größte Zulieferer für Auto-Teile. Damit bietet die Automobil-Branche den Zweig mit den meisten Beschäftigten in der Region.

Entwicklung in den letzten Jahren

Die Forschung spielt in diesen drei Konzernen schon immer eine zentrale Rolle. Dadurch wuchsen ihr Einfluss und Betriebsgröße im Lauf des letzten Jahrhunderts kontinuierlich.

Daran angepasst stieg die Zahl der Angestellten in der gesamten Automobil- sowie der Maschinenbau-Industrie konstant. In letzter Zeit besetzten die drei größten Unternehmen vermehrt akademische Stellen, die auf den Schwerpunkt Entwicklung und Forschung hindeuten. Allerdings ist das Durchschnittsalter relativ hoch im Vergleich zur jungen Einwohnerzahl.

Einfluss auf Stuttgart

Das gute Beschäftigungsverhältnis trägt zu einer großen Bevölkerungsdichte bei. Auch das hohe Gehalts- und Lohnniveau lockt viele Arbeitnehmer in diese Region. Nur München sowie Frankfurt toppen das noch. Aufgrund dieses Einflusses entwickelte sich Stuttgart zu einem der attraktivsten Wohn- und Arbeitsorte.

Das bringt der Stadt noch mehr Vorteile. Auf dem Arbeitsmarkt profitieren viele Firmen von diesem Automobil-Cluster. Dazu zählen vor allem Zulieferer, Autohäuser sowie Kfz-Werkstätten. Sowohl das Metallgewerbe als auch die Elektrotechnik sind ebenfalls direkt von den großen Arbeitgebern abhängig. Dadurch entstehen weitere Arbeitsfelder um die größten Firmen Stuttgarts, was deren Attraktivität weiter erhöht.

Zukunftsaussichten aktiv mitgestalten

Obwohl die Lage momentan sehr rosig aussieht, kommen zukünftig einige Herausforderungen auf die Region zu. Dazu zählen allen voran die Digitalisierung des Automobils sowie die Elektromobilität. Hier müssen die Firmen mit der Zeit gehen und weiter in ihre Forschung investieren, um entsprechende Produkte auf den Markt zu bringen.

Sowohl Carsharing- als auch Uber-Angebote florieren derzeit sehr. Dieser Trend verringert den Bedarf an neuen Autos. Hersteller sollten sich auf Auswirkungen einstellen, um rechtzeitig zu reagieren.

Digitalisierung

Die großen Arbeitgeber brauchen zudem weiterhin Handwerksbetriebe. Davon gibt es in Stuttgart sehr viele kleine und mittelständische Unternehmen, die besonders für die gewerblichen Arbeiten zuständig sind. Diese stehen allerdings vor den Herausforderungen des gesellschaftlichen bzw. technologischen Wandels.

Vor allem KMUs haben den Sprung in die digitale Transformation noch nicht gewagt. Dies vermindert ihre Wettbewerbsfähigkeit und kann bei fehlendem Engagement zu starken Einbrüchen führen. Um dem entgegenzuwirken, müssen diese Betriebe handeln. Selbst kleine Schritte helfen, die Arbeitsabläufe zu optimieren sowie Arbeitszeit effizienter zu nutzen. Wie zum Beispiel eine eigene Firmen-Website, eine digitale Buchhaltung, die Verwaltungsabläufe beschleunigt oder eine digitale Vernetzung der Werkzeuge, damit die Mitarbeiter immer wissen, was ihnen zur Verfügung steht.

Wohnungsmarkt im Blick behalten

Der Wohnungsmarkt ist bereits jetzt sehr gefragt, vor allem, da viele Einzelhaushalte existieren. Das treibt die Preise in die Höhe, da gleichzeitig das Flächenangebot immer knapper wird. Um weiterhin bezahlbaren Wohnraum zu bieten, muss die Stadt Bauland schaffen. Ansonsten gestaltet es sich schwierig, neue Fachkräfte zu gewinnen.

Der Einfluss von Covid-19

Neben diesen Herausforderungen brachte die Corona-Pandemie viele Einschnitte mit sich. Anhand der drei größten Firmen sind die verschiedenen Möglichkeiten zu sehen, wie Unternehmen mit so einer Krise umgehen.

Daimler traf es dabei am härtesten. Sowohl geschlossene Produktionen als auch fehlende Aufträge führten zu Stellenstreichungen. Diese Einbrüche führten zu einem Verlust von über zwei Milliarden Euro im zweiten Quartal.

Porsche tritt aus der Krise als großer Gewinner hervor. Die Firma ist momentan der am besten verdienende europäische Autohersteller. Normalerweise liegen BMW oder Audi auf den ersten Plätzen. Diese schrieben aber im Gegensatz zu Porsche rote Zahlen, weshalb Porsche elegant an ihnen vorbeizog. Ein Erfolgspunkt dafür bildet das erste Elektromodell, der Taycan, mit dem das Unternehmen seine Forschungserfolge präsentierte. Zudem hat es seine Kosten optimiert und kluge Einsparungen getätigt, die schlimme Einbußen verhinderten.

Bosch hingegen hat sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen gemacht. Damit liegt die Firma im Mittelfeld. Obwohl die Firma lange auf Kurzarbeit zurückgriff, muss sie die Arbeitszeiten zusätzlich verkürzen, um die fehlenden Aufträge auszugleichen. Allerdings haben sie einen Corona-Schnelltest konzipiert, der nach 39 Minuten Testergebnisse liefert. Diese Entwicklung verspricht gute Gewinne, da die Nachfrage dementsprechend hoch ist.

Porsche und Bosch zeigen, dass das Entwickeln bzw. Forschen neuer Produkte wichtig ist. Sie folgen der aktuellen Nachfrage und haben neue Geräte konzipiert, die dem Zeitgeist entsprechen. Wir sollten uns alle daran ein Beispiel nehmen, uns nicht davor zu scheuen, neue Dinge auszuprobieren.


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