Goethe Universität

Als Tina Wernicke im Sommer 2001 ihr Studium an der Goethe-Uni begann, war der Campus Westend noch eine Großbaustelle. "Die Mensa war in einem Zelt untergebracht und nur über eine provisorische Rampe zu betreten", erzählt sie, "Stellwände versperrten den Weg, die Grünflächen waren noch nicht angelegt und das IG Farben-Haus sowie das alte Offizierscasino nicht vollständig zugänglich."

Seitdem ist viel passiert. Heute schließen sich an die Poelzig-Bauten ein neuer Anbau, ein Hörsaalzentrum, ein Gebäude für die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Studentenwohnheime und das House of Finance an. Tina sieht diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen: "Den Bereich rund um den IG Farben-Bau mag ich. Er ist inzwischen gewachsen und sehr idyllisch. Die neuen Bauten sind mir aber zu repräsentativ."

Besonders deutlich wird das am House of Finance. Monumental ragt es in den Himmel. Mit seinen hellen, in Drosselfels gekleideten Mauern und schmalen Fenstern nimmt es eine Sonderstellung auf dem Campus ein. Der Boden ist hier aus Marmor, die Hörsäle tragen die Namen von Banken und die Studenten sitzen im "Bistro Börsen-Zeitung". Stephan Späthe, Geschäftsführer im House of Finance, sieht das gelassen und betont die Unabhängigkeit der Forschung und Lehre des Instituts: "Ich sehe den Kontakt zur Wirtschaft eher als Möglichkeit eines kritischen Austauschs." Er hat sein Studium noch in den tristen Zweckbauten in Bockenheim absolviert. "Den neuen Campus finde ich wunderschön. Man muss ihm aber ein bisschen Zeit geben", sagt er, "endgültig angekommen ist die Uni wohl dann, wenn der Rasen gewachsen ist und die ersten Studenten hier Fußball spielen."

Bis 2014 werden weitere Gebäude entstehen, das Gelände verwandelt sich in eine parkähnliche Anlage mit Bäumen, Wiesen und Brunnen, der Campus Bockenheim wird aufgegeben. Auch ein neues Studierendenhaus soll es geben. Jonas Erkel, Vorsitzender des AStA der Uni Frankfurt, ist sich sicher, dass nach und nach studentisches Leben Einzug halten wird. "Bisher fehlt Freiraum, der von den Studenten bespielt werden kann", sagt er, "die Studenten werden sich ihren Campus aber aneignen."

Sarah Dionisius


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