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Wie Denkfallen unseren CO2-Verbrauch beeinflussen

Peter Jungblut gehört zu der Generation, die Freitag für Freitag am Pranger steht, wenn junge Menschen für eine lebenswerte Zukunft demonstrieren. Als Reaktion darauf hat er das Buch Denkfallen beim CO2-Verbrauch geschrieben. Parallel zur Herausgabe seines Buches hat Jungblut die Aktion CEOzwo gegründet. Im Rahmen dieser Aktion will er sein Buch 100 Leserinnen und Leser kostenlos zur Verfügung stellen, wenn sie bereit sind, mit einer Rezension dazu beizutragen, dass das Buch eine möglichst scharfe Waffe gegen den Klimawandel wird. Bewerben kann man sich auf seiner Website www.decident.de.

Um guten Stoff für sein Buch zu bekommen, besuchte er mehrere „Fridays for Future“- Demonstrationen und sprach mit den Demonstrierenden. Was ihn dabei besonders interessierte, war die Frage, wie sich das Engagement der Schülerinnen und Schüler im Verhalten ihrer Familien widerspiegelt. Dabei traf er immer wieder auf das gleiche Phänomen. Die meisten, mit denen er gesprochen hatten, trugen die Diskussion über den Klimawandel in ihre Familien, am Verhalten ihrer Eltern und Großeltern änderte das in der Regel jedoch nichts. Das deckt sich übrigens mit einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung des Marktforschungsinstituts infratest dimap, wonach nur 25% aller Wahlberechtigten von den „Fridays for Future“-Bewegung beeindruckt sind.

Jungblut wollte den Ursachen dafür auf den Grund gehen und nahm mit dem Einverständnis seiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner Kontakt zu deren Eltern auf. Ein typisches Beispiel dafür ist der folgende Fall.

Karin bearbeitete ihre Eltern seit einigen Wochen, um sie zum Wechsel zu einem Ökostromanbieter zu motivieren. Sie hatte sogar einen Anbieter angerufen und gebeten, ihrem Vater Informationsmaterial zuzuschicken. Nach langen Diskussionen traf Georg letztendlich die Entscheidung, bei dem bisherigen Anbieter zu bleiben. Karin fand es „cool“, dass Jungblut ihre Geschichte in sein Buch aufnehmen wollte und stellte einen Kontakt zu ihrem Vater her.

Georg war auch sofort zu einem Gespräch bereit. Georg erklärte im Rahmen dieses Gespräches, dass er den Wechsel zu einem Ökostromanbieter deshalb abgelehnt hat, weil er nach hinreichender Information zu dem Schluss gekommen sei, dass Ökostrom eine Mogelpackung sei. Zumindest könne man nicht sicher sein, ob ein Ökostromanbieter tatsächlich Ökostrom anbietet.

In seinem Buch beleuchtet Jungblut insgesamt 12 solcher Fälle und zeigt jeweils auf, welchen Denkfallen die Entscheider auf den Leim gehen. Er sieht sein Buch in zwei Funktionen. Zum einen soll es Eltern und Großeltern helfen, leichter zu erkennen, welche Denkstrukturen sie daran hindern können, sich klimafreundlicher zu verhalten. Zum anderen betrachtet Jungblut sein Buch als „Einmischbuch“. Wenn Menschen im Rahmen einer Diskussion eine Brille aufhaben, mit denen sie die Details nicht erkennen können, macht die Wiederholung der immer gleichen Argumente keinen Sinn. Für Menschen, die sich zum Wohle des Klimas einmischen Wollen, ist „Denkfallen beim CO2- Verbrauch“ ein wertvoller Ratgeber.


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