Mo, 23. September 2019 Uhr
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Schallwellen-Festival: Musik mitten auf dem Meer

Beim Schallwellen-Festival trifft Musik auf 1000 Seemeilen auf dem Meer. PRINZ war vor Ort.



Schließt die Augen und stellt euch vor, ihr seid mitten auf dem Meer, treibt umher, umgeben von eurer Lieblingsmusik, und steht neben Musikgrößen wie Pohlmann und Wingenfelder an der Bar. Klingt wie ein Traum? Genau diesen Traum hat TUI Cruises mit der Premiere der Schallwellenkreuzfahrt wahr gemacht. Ein Bericht über vier Tage und knapp 1000 Seemeilen auf hoher See.

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„Alle Mann an Bord!“ hieß es vom 23. bis zum 27. August, als das Mein Schiff 1 zum ersten Mal zum Schallwellen-Festival auf See aufbrach. TUI Cruises startete mit dem Schallwellen-Festival im Sommer 2015 eine neue Event-Kreuzfahrt, deren musikalische Reiseroute von Hamburg über Oslo und Kopenhagen zurück nach Kiel führte. Mit an Bord: 2.000 Musikbegeisterte und 13 Bands und Künstler, die sich in über 30 Stunden Live-Performances und auf 4 Bühnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die Ehre gaben. Seit Mai 2009 tuckert die Mein Schiff 1 als erstes Wohlfühlschiff der Mein Schiff-Flotte durch die Meere dieser Welt. Mit 8 Restaurants, 12 Bars und Lounges, 2 Außen-Swimmingpools und 2 Außenwhirlpools verteilt auf ganze 13 Decks finden hier circa 2.000 Passagiere Platz.

Und genau mit diesen 2.000 Passagieren hieß es „Leinen los!“ und auf zur musikalischen Kaperfahrt, die für die nächsten Tage erholsame, aber in erster Linie auch unterhaltsame und spannende Tage verspricht. Nach der routinemäßigen Seenotrettungsübung ging es bereits am ersten Tag hoch her: Santiano, die derzeit erfolgreichste deutsche Band, luden zur spektakulären Auslauf-Show aus dem Hamburger Hafen am Pooldeck ein – bei schönstem Wetter, mehr als passender Seemannsmusik und pünktlich zu einem atemberaubenden Sonnenuntergang. Und je mehr Hamburg und das Festland am Horizont verschwand, je lauter die Musik wurde, desto ausgelassener ging es auf dem Schiff zu. Und hier wurde schnell klar, wer hier der Chef an Bord ist: Santianos Auftritt wurde mit tosendem Applaus belohnt und „Zugabe“-Rufe ließen nicht lange auf sich warten. Besonders hervorzuheben ist hier das tolle Publikum: Teilweise haben sich an Bord der Mein Schiff 1 drei Generationen versammelt, die zusammen mit ihren Idolen in familiärer, intimer Atmosphäre in See stechen möchten. Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass die musikbegeisterten Kreuzfahrt-Passagiere mindestens so facettenreich waren wie die Künstler auf den Bühnen.

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Volle Fahrt voraus ging es dann in Richtung Oslo in einen wundervollen Auftaktabend, der mit Auftritten von Baltic Sea Child (großartige Irish Folk-Band) im Theater, Norman Keil (ehrlicher Singer und Songwriter) und Paulsen (vielfältiger und bunter Einzel-Komponist) im Casino schöner nicht hätte sein können. Krönender Abschluss: Der tägliche Auftritt von Mambo Kurt in der TUI Bar. Mambo Kurt gehört an Bord der Mein Schiff-Flotte schon beinahe zur Inneneinrichtung. Der 48-jährige promovierte Arzt, Alleinunterhalter und Orgelvirtuose interpretiert All-Time-Classics wie „Dancing Queen“ und „Ice Ice Baby“ komplett neu, rockt seine geliebte Heimorgel wie kein anderer und zaubert seinem Publikum immer ein Lächeln ins Gesicht. An Tag zwei der Schallwellen-Kreuzfahrt, dem 1. Schiffstag, ertönte der musikalische Weckruf spätestens gegen Mittag mit dem Auftritt der Kieler Folk-Rock-Band Tears for Beers am Pooldeck. Anschließend zog es viele in Richtung Theater, in welchem Nils Hofmann, begnadeter und charmanter Cover-Sänger, bekannte ältere und auch neue Songs mit einer Leidenschaft darbot, die direkt ins Herz ging. 

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Die musikalische Reise geht weiter mit einer stimmgewaltigen Folk/Pop-Größe der 70er Jahre: Maggie Reilly zählte ebenfalls zu den Passagieren der Mein Schiff und zog ihr Publikum mit einer bunten Mischung von Klassikern aus Zeiten ihrer Bands Cado Belle und der Mike Oldfield Group und auch diversen Solo-Stücken hinaus aufs Pooldeck. Der Wind pfeifte wie wild um die Nasen und lies auch Maggie Reilly nicht verschont – doch die zeigte sich unbeeindruckt und erntete am Ende großen Beifall. Mit einem gekonnten Mix aus Comedy, dem strahlendsten Lächeln des ganzen Schiffs und wahnsinnig guter Musik zog dann am Nachmittag der Hamburger Pohlmann seine Fans ins Theater. Bevor die Bühnen weiteren grandiosen Live-Performances von Das Bibo, Fools Garden und der zauberhaften Ausnahmekünstlerin Anna Depenbusch freigemacht wurden, überzeugten die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder noch auf ganzer Linie und rockten das Pooldeck. Das Schönste: In solch einer familiären und angenehmen Location wie auf den Bühnen der Mein Schiff 1 erlebt man Konzerte selten. Hier ist von großer Pool-Bühne bis zur Face-to-face Casino-Bühne, bei der sich Künstler und Fans schon beinahe auf dem Schoß sitzen, wirklich alles dabei.

Wir schreiben Dienstag, den 25. August 2015: Um 7.00 Uhr klingelt der Wecker, müde Augen werden langsam spaltbreit geöffnet und auf einmal strahlt Oslo in seiner ganzen Pracht dem Schiff entgegen – soweit die Gefühlslage so einiger am Morgen des Oslo-Tages. Pünktlich zum Anlegen des Schiffes im Osloer Hafen ging es auf Entdeckungstour durch die Norwegische Hauptstadt. Ob zu Fuß, im Bus, Fahrrad oder E-Bike – trotz schlechtem Wetter ließ man es sich nicht nehmen, „Goddag, Norge“ zu sagen, ehe es um 14.00 Uhr wieder weiter Richtung Kopenhagen ging. Am Nachmittag nahm das musikalische Rahmenprogramm dann mit weiteren Live-Acts wieder seinen Lauf.

Doch wegen der schlechten Witterungsbedingungen blieb heute das Pool-Deck geschlossen und alle Acts wurden auf die anderen Bühnen verlegt. Besonders hervorzuheben ist der Live-Act von Santiano, die heute ihre enorme Fancrowd an Bord unplugged mit einem ganz neuen Sound verzauberten. Der vierte Tag begann wie gewohnt: Man schlägt die Augen auf und befindet sich an einem anderen Fleckchen Erde als noch vor ein paar Stunden vor dem Einschlafen -bequemer kann Reisen kaum sein. Heute galt es, Dänemark auf Herz und Nieren zu prüfen und in knappen 9 Stunden Aufenthalt zu erkunden. Zurück an Bord bleibt die kurze Erholung auf der Strecke, denn Paulsen und Nils Hofmann lieferten sich auf dem Pooldeck ein Duell, das alle tief ins Herz traf: Zwei lautstarke, kraft- und gefühlvolle Stimmgranaten standen Schulter an Schulter und schmetterten die schönsten Lieder. Aber auch Tears for Beers, Pohlmann, Das Bibo, Wingenfelder und Anna Depenbusch gaben sich die Ehre und erfüllten die letzten Stunden auf dem Schiff mit wohligen Klängen.

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Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei: Santiano eröffnete die Kreuzfahrt und sollte diese auch im Theater wieder beenden. Und nachdem auch Mambo Kurt einige Passagiere mit seinen Heimorgelklängen ins Land der Träume schickte, ging es für die anderen zum ausgelassenen Feiern der gelungenen Kreuzfahrt in die Abtanz-Bar, in der noch einige Stunden der Bär steppte. Doch nicht nur musikalisch war hier für jeden etwas dabei: Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit verschiedensten Workshops, Kino-Vorstellungen, Sportkursen, Meet & Greets und Lesungen sorgte dafür, dass auch die Zeit zwischen den Konzerten niemals langweilig wurde. Ein besonderes Highlight:  Die Wingenfelder-Brüder Kai und Thorsten ließen es sich nicht nehmen und drehten im Casino ihr neues Musikvideo. Und auch was Songtexte angeht, waren die Brüder nicht untätig: Zusammen mit einigen Workshop-Teilnehmern komponierten die beiden einen Song und nahmen diesen auch auf. Beide Ergebnisse, Video und Song, können sich durchaus sehen lassen und werden die beiden wohl lange noch an diese sagenhaften, musikalischen Kreuzfahrt-Tage erinnern. Und mit 80 Tonnen Equipment, 40 Kilometer Kabel, einigen Sound- und Lichtanlagen und rund 2.000 fröhlichen, strahlenden Gesichtern im Gepäck hieß es „Auf Wiedersehen, Matrosen!“ und „Alle Mann von Bord“ im Kieler Hafen. Eine spannende, unterhaltsam, musikalisch erstklassige und hervorragend organisierte Reise durch Nord- und Ostsee findet ein Ende. Doch die Erinnerungen an diese Kaperfahrt werden definitiv noch lange bleiben.


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