Herr Lambertz, Sie sind Mannschaftskapitän, Spielführer, Ehemann, zweifacher Familienvater. Warum nennt Sie alle Welt „Lumpi“? Liegt das vielleicht an den vielen Groupies?
Nein, falsch angenommen. Den Namen bekam ich im ersten Profijahr von einem ehemaligen Mitspieler verpasst. Und irgendwie hat sich der Spitzname dann über all die Jahre gehalten. So kann’s gehen.

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Sie leben in Korschenbroich. Warum nicht in Düsseldorf?
Weil wir das Ländliche mögen und dort ein Haus in schöner Umgebung gefunden haben, wo unsere Kinder nach Belieben herumtollen können.

Gehen Sie auch schon mal in Düsseldorf aus?
Natürlich gehe ich gerne in Düsseldorf aus, denn die Stadt gefiel mir schon immer sehr gut. Ja, und dabei vor allem die Altstadt, aber nicht weil ich dort versacke, sondern weil mir die Atmosphäre gefällt. Außerdem mag ich die Rheinuferpromenade mit dem Blick auf die Silhouette der Stadt.

Was war bisher der schönste Moment in Ihrer Karriere?
Auch wenn es viele Momente gibt, die mir in guter Erinnerung geblieben sind: Der 23. Mai 2009, als wir Werder Bremen II mit 1:0 geschlagen haben und in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind, das war schon Wahnsinn. Welche Emotionen damals freigesetzt wurden, wie die Fans uns gefeiert haben …

Momentan sind viele Fans sicher: Fortuna wird weiter aufsteigen! Ist der Druck nicht enorm?
Unser Trainer hat mal gesagt: Druck verspürt ein Mann, der seinen Job verliert und nicht weiß, wie er seine Familie ernähren soll. Das ist Druck. Wir haben doch eine wunderbare Zeit als Fußballer: Wir dürfen uns daran erfreuen, dass wir unser Hobby zum Beruf machen konnten. Und wenn es dann sportlich auch noch gut läuft, dann ist es doch toll. Wir werden die kommenden Spiele mit dem nötigen Ernst angehen und uns auf unsere Kardinaltugenden konzentrieren: Immer als Team zu agieren, einer für den anderen, und immer alles geben zu wollen. Und dann schauen wir mal, welches Ergebnis im Mai zu verzeichnen ist.

Sollte der Traum von der Ersten Bundesliga wahr werden: Haben Sie Angst vor einem Ausverkauf der Mannschaft? Elf weitere Profi-Verträge laufen am Saisonende aus …
Nein, davor habe ich keine Angst, denn wir sind als Mannschaft gewachsen und wissen, was wir aneinander haben. Sicherlich ist Fußball ein schnelllebiges Geschäft, aber sollte der Aufstieg tatsächlich gelingen, denke ich, dass wir personell im Wesentlichen zusammenbleiben werden.

In Düsseldorf wohnt Fußballweltstar Raúl, dessen Sohn für die U10 der Fortuna stürmt. Was halten Sie von dem Gerücht, demzufolge Raúl 2013 zur Fortuna wechseln möchte?
Raúl ist ohne Frage ein absoluter Ausnahmefußballer. Selbst wenn er 2013 bereits 36, fast 37 Jahre alt wäre: Fußballerisch wird er auch dann noch Extraklasse sein. Ob er allerdings zu finanzieren wäre, das müssen andere bewerten.

Was planen Sie für die Zeit nach Ihrer Profi-Karriere? Wie denken Sie über den Ex-Bundesliga-Profi Ailton und seine Teilnahme am RTL-Dschungelcamp?
Meine Planungen stehen noch nicht konkret fest. Aber eines kann ich mit Gewissheit sagen: Eher friert die Hölle zu, als dass ich mich vorführen lasse in solch einer Sendung. Ich finde es peinlich.