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Diese 3 Hamburger Aufsteiger solltest du unbedingt kennen

Nein, damit meinen wir keine Spieler des HSV und St. Pauli, die sich gen Erstliga-Mannschaften verabschieden, sondern drei Hamburger Unternehmen, die in ihrem Metier die Szene gehörig durcheinanderwirbeln.

Mal ganz grob über den Daumen gepeilt, wie viele Unternehmen gibt es wohl auf dem Gebiet von Hamburg? Kleine Hilfestellung: Nimmt man nur die mit mehr als 19 Beschäftigten sind es 473. Wer jetzt den Kopf schüttelt und von viel mehr ausgeht, liegt nicht falsch. Tatsächlich sind es wirklich viel (!) mehr Firmen, gut 91.000 Stück, um genau zu sein.

Und von dieser Masse zwischen Airbus und dem Dönerladen bei euch an der Ecke stechen eine Handvoll aus dem einen oder anderen Grund besonders hervor. Drei von ihnen wollen wir euch heute mal vorstellen.

Rebelle

Mit Designerklamotten und -accessoires ist es immer so eine Sache. Der Haben-Will-Effekt der feinen Stücke ist für viele Zeitgenossen schier gigantisch. Gleiches gilt aber auch für das Preisschild und die Kürze der trendtechnischen Halbwertszeit – und nicht selten sind die Sachen derartig limitiert, dass man nur an sie herankommt, wenn man Heidi Klum in der Favoritenliste seines Handys gespeichert hat. Kurzum: Designersachen sind teuer, selten, aber für die, die sie sich neu leisten (können) auch ziemlich schnell wieder durch, wenn die nächste Kollektion in die Läden rollt.

Und was passiert dann mit den ganzen Célines, den Guccis, den Blahniks dieser Welt? Verstauben die in den Schränken der Gutbetuchten, bis sie irgendwann reif für die Altkleidersammlung sind? Nun, zumindest seit es die Seite Rebelle gibt, nicht mehr. Das Unternehmen unter dem Dach der StyleRemains GmbH, mitten in der Speicherstadt gelegen und geleitet von Sophie-Cécile Wickmann und Max Laurent Schönemann, hat sich seit seiner Gründung nur einer Sache verschrieben, Used-Designersachen anzukaufen, auf Echtheit zu prüfen und auf der eigenen Plattform wieder zu veräußern. Der Gedankengang dahinter: Die Sachen sind viel zu kostbar, um im Schrank von den Motten zernagt zu werden. Und genau deshalb verdienen sie es auch, an zentraler Stelle gehandelt zu werden, nicht bei irgendwelchen eBay-Sellern, bei denen man nie weiß, ob es sich wirklich um Originale handelt.

Diese Geschäftsidee läuft – und zwar wie geschmiert. Ob schlicht Einzelstücke aus der letzten Saison, die ein echter Fashionista in der nächsten nicht mehr nutzen will, ganze Privatkollektions-Auflösungen lebenslanger Fans oder echte Vintage-Kostbarkeiten, bei Rebelle trifft alles aufeinander, solange dahinter nur ein großer Name steht. Für die garantierte Echtheit beschäftigt man Fashion-Profis, die Verkäufer bekommen ihren Preis abzüglich Provision – und abertausende Kunden, darunter viele aus dem Ausland, bekommen Stücke, die neu für sie unbezahlbar wären oder schlicht seit Jahrzehnten vom Markt verschwunden sind.

InnoCigs E-Zigaretten Fachhandel

Dampfer gibt’s in Hamburg sehr viele – und damit meinen wir nicht die Dickschiffe im Hafenbecken, sondern Fans des multigeschmacklichen Genusses. Und was die E-Zigaretten-Szene anbelangt, sahen die vergangenen paar Jahre eine wahre Flut von Neugründungen.

Aber: Wo die meisten davon sich darauf beschränken, bloß Zwischenvertrieb und im Netz präsent zu sein, machen es die Hamburger Jungs und Mädels von InnoCigs etwas anders und handeln getreu dem Motto „think big“. Dort gibt es zwar auch Liquids und Co. anderer Marken. Dazu aber auch ein stetig wachsendes Sortiment aus dem eigenen Repertoire; eine Art Amazon des Dampfens, wenn man so will – und in der DACH-Region nicht zuletzt deshalb einer der ganz großen Fische im Großhandel. Kürzlich wurde der InnoCigs Onlineshop von der Redaktion des Handelsblatts zu “Deutschland besten Onlinehändlern” gekürt.

Ein weiterer Unterschied: InnoCigs betreibt zwar eine Riesen-Plattform, ist aber als einer der wenigen Anbieter nicht ausschließlich im Netz vertreten, sondern hat auch bei uns in der Stadt eine Reihe von Läden eröffnet, um die dampfende Kundschaft bei urplötzlicher Lust auf Exotisches wie „Shaken, not Stirred“ nicht mit den Lieferzeiten der Paketdienste allein zu lassen.

Just heute sind die Läden auch deshalb wichtig, um Transparenz zu schaffen. Nicht wenige Dampfer sind wegen der Shitstorm-artigen Meldungen aus den USA, bei denen es per se nicht um E-Zigaretten, sondern um sog. E-Joints (ein komplett anderes Metier!) geht, ziemlich verunsichert. Zum Tagwerk der InnoCig’ler gehört es dieser Tage deshalb auch, immer wieder aufzuklären, wie doppelt und dreifach alles, was in Europa an E-Zigaretten-Materialien verkauft werden darf, reguliert wird und wie unklar die Faktenlage (oft über unseriöse Meldungen verbreitet) zu dem, was da im Amiland wirklich passierte, tatsächlich ist – und dafür ist das persönliche Gespräch an der Ladentheke ungleich besser als das Netz. Auch als Arbeitgeber ist das innovative Unternehmen mit Hauptsitz im modernen Ottensen-Open durchaus beliebt – es gibt immer etwas zu tun und motivierte Kollegen werden in der wachsenden Branche stetig gesucht!

SofaConcerts

Es ist ein Problem (fast) so alt wie die Menschheit: Ein paar Talentierte mit Musikinstrumenten schließen sich zusammen und wollen die (Bühnen-) Welt erobern. Doch immer knallt man an die gläserne Decke, die einen davon abhält, vor Publikum zu spielen.

Das hat in den seltensten Fällen damit zu tun, dass die Band es nicht draufhätte. Viel häufiger damit, dass es da eine Art unsichtbaren Türsteher gibt, der einen nicht auf die Bühnen der Clubs und sonstiger Locations lässt – weil es ja auch um verdammt viel Geld geht und niemand eine Band spielen lässt, von der er nicht weiß, dass sie ihm fette Einnahmen bescheren. Mal abgesehen davon, dass nicht überall die Big City vorhanden ist und manche Gruppen auch schlicht keine auftrittswürdigen Locations in der Nähe haben, wo sie sich einen Namen machen könnte.

Ja, das ärgerte auch zwei Ladies namens Marie-Lene Armingeon und Miriam Schütt. Die hatten während des Studiums eine vollkommen unbekannte, aber hammermäßig abliefernde französische Band im Wohnzimmer eines Freundes in Heidelberg gesehen. Und das Konzert hatte sie – gelinde ausgedrückt – geflasht. Nicht nur die Tatsache, dass ein Wohnzimmerkonzert kuschlig und superdicht am Künstler ist, sondern auch, dass das Prinzip besagte gläserne Decke grinsend umläuft. 

Marie-Lene und Miriam zogen die einzig richtige Schlussfolgerung: Die Welt braucht mehr kleine Bands, die in noch kleineren Wohnzimmern spielen können, um sich einen treuen Fan-Stamm aufzubauen. Und sie braucht eine Möglichkeit, jedem, der eine Party schmeißen will, niedrigschwellig zu ermöglichen, sich dafür eine Liveband zu holen. Aus diesem Gedankengang entwickelte sich rasend schnell ein Geschäftskonzept: Eine Plattform, die genau das tut, kleine Künstler und Wohnzimmer-Gastgeber zusammenzubringen. SofaConcerts war geboren und geht seitdem steil – und die Konzerte finden nicht nur in Wohnzimmern statt, sondern wirklich überall, wo Band, Instrumente und Fans reinpassen, manchmal sogar in Badezimmern.


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