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Die gruseligsten Orte Deutschlands

Lust auf einen Halloween-Ausflug der besonderen Art? Wir hätten da ein paar Vorschläge, die euch sicherlich kalte Schauer über den Rücken jagen. 

Denn praktischerweise hat der Reiseanbieter Travelcircus gerade die gruseligsten Orte in Deutschland gekürt. Düstere Legenden und Geschichten über schreckliche Verbrechen ranken sich um die ungewöhnlichen Ausflugsziele. Wir haben euch die 10 schaurigsten zusammengestellt. Wer traut sich?

1. Das Domslandmoor – Windeby (Schleswig-Holstein) 

Die zwei Moorleichen von Windeby 

Moore mit ihren oft tiefen Nebelschwaden haben immer etwas Unheimliches an sich. 1952 macht der Fund zweier Leichen das Domslandmoor bei Eckernförde zu einem noch düsteren Ort. Bei den beiden Leichen wurde vermutet, dass es sich um ein ermordetes Liebespaar handle. 

Die Frau trug eine Augenbinde und hatte einen kahlgeschorenen Kopf, der Mann hatte einen Strick um den Hals – genau so wurden einst Ehebrecher hingerichtet. In den 1990er Jahren ergab sich allerdings, dass sich die beiden zu Lebzeiten nie begegnet sein konnten: Die männliche Leiche ist 300 Jahre jünger als die der Frau, die sich im Übrigen später auch als Jungenleiche entpuppte. 

Die erstaunlich gut erhaltene Moorleiche des Jungen kann heute im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Schloss Gottorf besichtigt werden. Und das schaurig-schöne Domslandmoorlädt jeden, der sich traut, zum Spaziergang ein. 

2. Beelitz-Heilstätten – Beelitz (Brandenburg) 

Größte und modernste Heilanstalt Europas 

An den Beelitz-Heilstätten kommt kein Grusel-Fan oder Hobbyfotograf mit einer Vorliebe für düstere Orte vorbei. Die 1902 eröffnete Heilstätten waren ihrerzeit das größte und modernste Krankenhaus Europas. In der beeindruckenden Anlage erholten sich Patienten von der Lungenkrankheit Tuberkulose. 

Während des ersten Weltkriegs dienten die Heilstätten als Lazarett. Selbst Adolf Hitler ist hier behandelt worden. Wie viele dort ihr Leben ließen ist jedoch nicht bekannt. Später wurde es zum größten russischen Militärkrankenhaus außerhalb der Sowjetunion. 

Die Morde von Beelitz 

Rund um die Heilstätten hat es in den vergangenen Jahren mehrere Morde gegeben: 1991 ermordete der Serienmörder “Die Bestie von Beelitz” eine junge Frau und ihren dreimonatigen Sohn. Etwa 20 Jahre später, 2008, trifft sich ein junges Model mit einem Fotografen, der sie später erschlägt und erwürgt. 

Heute sind die Beelitz-Heilstätten ein beliebter Lost Place, besonders in der Dämmerung. Auf offiziellen Foto-Touren kann das Innere der Heilstätten besichtigt und fotografiert werden. Wem der Blick von oben auf die Ruinen reicht, kann die Heilstätten in alle Ruhe vom Baumwipfelpfad aus bewundern. 

3. Der U-Boot-Bunker Valentin – Bremen 

Größenwahn mit vielen Opfern 

Direkt an der Weser am Rand von Bremen stört ein riesiger Beton-Koloss die ländliche Idylle. Der ehemalige U-Boot-Bunker Valentin ist mit einer Länge von 420 Metern und einer Breite von knapp 100 Metern der wohl größte Bunker der Welt. Er galt als unzerstörbar und konnte tatsächlich auch von den Bomben der Alliierten nicht gesprengt werden. 

In dem Beton-Riesen sollten allerdings keine Menschen Schutz finden, sondern U-Boote zusammengebaut werden. Das Ziel war es alle 56 Stunden ein U-Bootfertigzustellen. Der Krieg war allerdings beendet, ehe mit den U-Booten begonnen werden konnte. 

Der Bau des Bunkers begann 1943. Zehntausende Zwangsarbeiter arbeiteten tagein, tagaus unter menschenunwürdigen Bedingungen an dem Koloss. Mindestens 6.000 von ihnen starben dabei, was dem Bunker den Beinamen größter Grabstein Deutschlands verschaffte. Teile des Bunkers können heute besichtigt werden. Aber Achtung: Die beklemmende Atmosphäre und Enge sind nichts für Klaustrophobiker. 

Abscheulicher Mord an der Weser 

Im August 1999 wurden am Bunker zwei Leichen gefunden. Eine junge kurdische Frau und ihr querschnittgelähmter Mann sind auf grausame Art und Weise hingerichtet worden, weil ihre sie sich liebten und gegen den Willen ihrer Eltern und der PKK heirateten. Die genauen Hintergründe der Tat wurden nie bekannt. 

Die tragischen Tode durch den sogenannten Bunkermord und die vielen toten Zwangsarbeiter sorgen bis heute für eine düstere und unheimliche Stimmung rund um den ehemaligen U-Boot-Bunker. 

4. Gespensterwald – Nienhagen (Mecklenburg-Vorpommern) 

Geistersichtungen im Nebel 

Der Deutsche und sein Wald – jeder hat seine eigene Beziehung zum Wald. Für die einen sind Wälder ein Ort der Zuflucht und Entspannung, für andere ist er insbesondere im Dunklen ein unheimlicher Ort. Ein besonders schauriges Exemplar findet sich in Nienhagen an der Ostsee. 

Die teils 120 Jahre alten Bäume sind zum großen Teil kahl und vom salzigen Seewind verdreht. Besonders bei Nebel und etwas Wind wirkt der Wald gespenstig. Nicht selten berichten Spaziergänger von unheimlichen Geistersichtungen im Gespensterwald.

5. Rakotzbrücke – Gablenz (Sachsen) 

Vom Teufel erbauter Instagram-Hotspot 

Wer kennt sie nicht: die berühmte Rakotzbrücke in Sachsen? Die schöne und mystisch wirkende Brücke gehört zu den schönsten Instagram-Hotspots Deutschlandsund ziert die Instagram Feeds zahlreicher (Hobby-)Fotografen der ganzen Welt. Durch die Spiegelung im See bildet die Brücke einen Kreis, der magischer nicht aussehen könnte. 

Sieht man sich die Brücke einmal genauer an, so kommt die Frage auf, wie die Brücke aus dem Jahr 1863 erbaut wurde? Es scheint, dass sie so nicht nur mit Menschenhand erbaut worden sein kann. Der Sage nach half niemand geringerer beim Bau als der Teufel höchstpersönlich.Doch die Hilfe hatte ihren Preis. 

Hilfe hat einen hohen Preis 

Der Teufel forderte ein Opfer für seine Hilfe: Die Seele des ersten Wesens, das die Brücke überquert. Die hätte auch ein Tier sein können, doch im Fall der Rakotzbrücke ging der Brückenbauer selbst zuerst über die Brücke und verstarb. 

Solche sogenannte Teufelsbrückenbefindet sich auch an anderen Orten. Eine befindet sich beispielsweise im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel. Insgesamt gibt es über 30 Teufelsbrücken in Deutschland und seinen Nachbarländern. 

6. Verbotene Stadt – Wünsdorf (Brandenburg) 

Verbotene Stadt vor den Toren Berlins 

Ein weiterer schauriger Lost-Place befindet sich etwa eine Stunde von Berlin entfernt. Im unscheinbar wirkenden Wünsdorf lebten einst zehntausende Menschen, heute erzählen nur noch Ruinen und Bunker die Geschichte der „verbotenen Stadt”. 

Wünsdorf wurde ab 1872 auf verschiedene Arten militärisch genutzt. So war es zum einen Schieß- und Versuchsplatz Preußens, Truppenübungsplatz des Deutschen Kaiserreichs und eine Militärschule. Zum anderen war es ein Gefangenelager für muslimische Kriegsgefangene, der Ort der ersten deutschen Moschee und zudem das Hauptquartier des Oberkommandos des Deutschen Heeres. 

Zutritt verboten 

Nach Ende des zweiten Weltkrieges übernahmen die sowjetischen Streitkräfte die Stadt und machten sie zu einer eigenständigen sowjetischen Stadt. Sie bauten ein Krankenhaus, eine Schule, Freizeiteinrichtungen, Geschäfte und sogar eine Eisenbahnstrecke bis nach Moskau. 

Den Namen verbotene Stadtbekam Wünsdorf, weil es kaum einem Deutschen erlaubt war die Stadt zu betreten. Ausschließlich knapp 1.000 Angestellten war es erlaubt nach Wünsdorf zu kommen, um dort zu arbeiten. 

Seit dem Abzug der Russen 1994 leben wieder Deutsche in dem Städtchen und die Ruinen und Bunker ziehen Gruselfans und Geschichtsliebhabergleichermaßen an. Die verbotene Stadt kann im Rahmen offizieller Führungen besichtigt werden. Das alte Theater, der Glockenturm und auch das imposante Schwimmbad warten stumm darauf wieder zum Leben erweckt zu werden. 

7. Pfaueninsel – Berlin 

Stadtrandidylle und dunkle Magie 

Die schöne Pfaueninsel am Rande Berlins, mitten in der Havel, lockt seit hunderten von Jahren Erholungssuchende an. Wunderschöne bunte frei herumlaufende Pfauen, keine Autos und ein wunderschönes Schloss. Kaum ein Ort Berlins ist so idyllisch wie die Pfaueninsel. Doch kaum jemand weiß, dass die Insel einst als Ort dunkler Magie galt. 

Ende des 17. Jahrhunderts war das Betreten der Pfaueninsel streng verboten. Die Berliner vermuteten, dass der Alchimist Johannes Kunckel auf der Insel düstere Experimente durchführte und beschuldigten ihn der Hexerei. Alles, was sie von Kunckels Treiben auf der Insel mitbekamen, waren dunkle Rauchschwaden und beißende Gerüche

Johannes Kunckel war nicht nur Alchimist, sondern auch Glasmacher. Er führte damals im Auftrag des Großen Kurfürsten zahlreiche Experimente mit Glas, Feuer und anderen Elixieren durch. Im Jahr 1689 brannten sein Labor sowie seine Glashütte vollständig nieder, er war ruiniert, verließ die Insel und ging nach Schweden. 

Gruseltipp: Mit etwas Glück kann man auch schon mit der Fähre für die Mitarbeiter mitfahren und hat somit die Insel noch ein wenig für sich alleine ehe die Besucherströme ankommen. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten macht sie der Morgennebel zu einem noch mystischeren Ort. 

8. Der Spreepark – Berlin

Der vergessene Freizeitpark 

Das Kinderlachen ist verstummt, das Riesenrad dreht sich nicht mehr – im ehemaligen Vergnügungspark Spreepark in Berlin-Treptow ist es still geworden. Früher zählte der Park jährlich 1,7 Millionen begeisterte Besucher, heute sind die letzten Überbleibsel wie umgestürzte Dinofiguren oder die Achterbahn Spreeblitz beliebte Fotomotive. 

Lange trohnte das Riesenrad noch über dem Plänterwald ehe es nun auch abgebaut wurde. Manchmal bewegte sich das Riesenrad wie von Geisterhandund das bedrohliche Knarren war im ganzen Wald zu hören. 

Aktuell ist eine Wiedereröffnungdes Geländes in drei Abschnitten geplant. Die Arbeiten sollen 2026 vollständig abgeschlossen sein. Nach dem jetzigen stand soll auch das berühmte Riesenrad wiederkommen. 

Die Sache mit dem Koks 

Nach Schließung des Spreeparks setzte sich der ehemaligen Parkbesitzer Norbert Witte mit sechs seiner Fahrgeschäfte und seiner Familie nach Peru ab. In einem der Fahrgeschäfte, dem fliegenden Teppich, hatten sein Sohn und er versucht 167 kg Kokain nach Peru zu schmuggeln. Sie wurden allerdings erwischt. Vater Norbert wurde zu 7 Jahren Haft in Deutschland, sein Sohn zu 20 Jahren Haft in Peru, verurteilt. 

9. Haus Fühlingen – Köln (Nordrhein-Westfalen) 

Gruselvilla mit düsterer Geschichte 

Kaum ein Haus im Raum Köln umgeben so viele Gruselgeschichten wie das Haus Fühlingen. Der Legende nach kamen auf dem Gelände im Jahr 1288 Tausende bei einer blutigen Ritterschlachtums Leben. Viele der Opfer wurden von Pferden totgetrampelt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt. 

Nichtsdestotrotz kauft Eduard Freiherr von Oppenheim 1887 das Gelände, erbaut die Villa und eine pompöse Pferderennbahn und ignoriert die düstere Geschichte um den Massenfriedhof unter seinem Anwesen. 1907 muss er das Gelände verkaufen und von da an ist die Villa dem Untergang geweiht. 

Die Geister vom Haus Fühlingen 

Auf dem Gelände sollen einige Geister ihr Unwesen treiben. Einer davon soll der Geist eines ermordeten 19-jährigen Zwangsarbeiters sein, der 1943 zu Unrecht von seinem Gutsherren getötet wurde. Später kauft der ehemalige NS-Richter Gerhard van K. die Villa und erhängt sich in der Silvesternacht 1962 im 2. Stock. 

Viele Jahre später besuchen Jugendliche die verlassene Villa und entdecken die Leiche eines Mannes. Auch dieser soll sich im 2. Stock an genau derselben Stelle wie der Richter erhängt haben. Zudem behaupten Geisterjäger, nach dem Verlassen der Villa von Geistern bis nach Hause verfolgt und erschreckt worden zu sein. 

10. Teufelsberg – Berlin 

Abhörstation im Grunewald 

Auf Berlins höchsten Berg, dem Teufelsberg, befindet sich eins der beliebtesten Ausflugsziele und Fotomotive der Hauptstadt: die ehemalige US-Abhörstation mit ihren markanten Kuppeln. Der beliebte Lost Place bietet neben einem Einblick in die Geschichte des Kalten Krieges zudem auch den wohl besten Ausblick über den Grunewald und auch die ganze Stadt. 

Lange konnte das Gelände einfach betreten werden, mittlerweile muss jedoch Eintritt gezahlt werden. Wer will, kann eine Führung buchen, es ist aber auch möglich, das faszinierende Gelände und auch die beeindruckenden Streetart-Kunstwerkeauf eigene Faust zu erkunden. 

Gruseltipp: Wer es besonders gruselig mag, sollte den Teufelsberg in der Dämmerung besuchen und warten, bis es dunkel wird. Die idyllische Kulisse des Grunewalds verwandelt sich dann in ein schauriges Panorama.Vielleicht hören Besucher ja sogar noch den ein oder anderen Funkspruch aus der Vergangenheit? 

Noch mehr Gruselorte in Deutschland findet ihr unter: www.travelcircus.de

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