7 Fragen an Christoph Ackermann
Im November 2013 gestaltet Christoph Ackermann das Stück der Berliner Mauer vor dem Dom Magdeburg neu. urbanite sprach mit dem Künstler.

© In die Fluten
Steckbrief: Christoph Ackermann
ALTER 34 Jahre
WOHNORT Magdeburg
BERUF Dipl. Designer
LABEL In die Fluten
- Du hast den Zuschlag für die Gestaltung des Mauerstücks bekommen. Was bedeutet das für dich?
Ich habe meinen Entwurf beim Kulturausschuss eingereicht und bin sehr stolz darauf, dass ich meine Idee an einer so präsenten Stelle realisieren durfte. Während ich gesprayt habe, sind viele Leute stehen geblieben und haben geschaut. Die Resonanz war durchweg positiv – das hat mich sehr gefreut. Auch die Eröffnungsrede des Bürgermeisters Dr. Koch hat mich wirklich ergriffen. Das Projekt ist eine große Wertschätzung für mich und mein künstlerisches Schaffen. - Ist das Mauerstück dein bisher bedeutendstes Projekt als Künstler?© In die Fluten
Natürlich hat das eine große Bedeutung. Vor allem deshalb, weil es ein Stück Geschichte ist. Aber es gibt viele Projekte, die bedeutend waren. Die Ausstellungen mit den Urbanpiraten sind zum Beispiel immer eine große Freude für mich, weil man mit Freunden zusammenarbeitet. Gemeinsam mit anderen Graffiti-Künstlern habe ich zudem Magdeburgs größte Konzeptwand an der Sudenburger Wuhne gegenüber der JVA gesprayt. Besonders freue ich mich aber über jedes Projekt mit meinem Bruder, der bildender Künstler ist. - Eines deiner neuesten kreativen Projekte ist die Gestaltung der Skateanlage im Stadtpark. Wie kam es dazu?
Ich bin seit Jahren beim 5 Elemente e.V. aktiv und der hat die Patenschaft für die Anlage übernommen. Meinen Entwurf habe ich den Verantwortlichen gezeigt und anschließend den Auftrag bekommen. Da die Flächen recht klein sind, konnte ich keine großen Konzepte sprayen. So habe ich die geografischen Formen der Anlage aufgegriffen. - Unter dem Namen Soné bist du als Graffiti-Artist in Magdeburg aktiv. Wie bist du zum Sprayen gekommen?
Das hat schon während der Schulzeit angefangen. Ich habe mit 13 das erste Mal selbst die Dose in die Hand genommen. Meine Freunde und ich haben uns nach der Schule getroffen und verschiedene Techniken ausprobiert. Die Leidenschaft dafür hat mich nie losgelassen. Es fließt immer in meine Arbeiten ein. - Wie kam es zur Gründung deines Labels?
Nach dem Abi war für mich klar, dass ich auch beruflich im künstlerischen Bereich etwas machen möchte. Die Wahl meines Studiums fiel dann auf Industriedesign. 2004 habe ich mich schließlich selbstständig gemacht. Im Laufe der Jahre erweiterte sich mein kreatives Spektrum. Ich musste bei jedem Auftrag schauen, welche Art von Künstler ich bin, was schwer ist. Die Idee kam auf ein Label zu gründen, das unter allen Arbeiten stehen kann und alles vereint, was ich mache. - Wie ist der Name „In die Fluten“ entstanden?
2012 habe ich bei Romantik 2.0 ausgestellt und das Motto meines Raums war „Ebbe und Flut“. Mit der Thematik kann ich mich identifizieren. Der Name steht als Metapher und ist eine Assoziation für mich und meine Arbeit. Logo- und Namensfindung waren ein längerer Prozess. Irgendwann dachte ich dann: ‚Das ist es jetzt!‘ - Ich bin Otto, weil…
ich hoffe, mit meinem kreativen Wirken und der Jugendarbeit in dieser Stadt nachhaltig etwas schaffen und prägen zu können.