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7 Fragen an Sascha Oldenburg

Der Koch im Ratswaage Hotel heißt Sascha Oldenburg. Bei der VOX-Sendung „Game of Chefs“ zeigt er in verschiedenen Wettkämpfen, was er hinter dem Herd drauf hat. Wir trafen den sympathischen Koch aus Haldensleben zum Interview.

Im Ratswaage Hotel Magdeburg kocht sich Sascha Oldenburg in die Herzen der Magdeburg-Touristen und lässt auch bei den lokalen Gourmets die Herzen höher schlagen. Im urbanite Gastro Test zum Thema Wild erreichte die Küche des Hotels den ersten Platz. Momentan kocht der Haldensleber vor einer prominenten Jury im Rahmen des Formats „Game of Chefs“, dienstags um 20:15 Uhr auf VOX. Wir haben Sascha einen Besuch im Ratswaage Hotel abgestattet und mit ihm über seine Teilnahme an der Show, gutes Essen und die Magdeburger Gastronomie gesprochen.

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Steckbrief

Name: Sascha Oldenburg

Alter: 27

Wohnort: Haldensleben

Beruf: Koch

1. Sascha, man merkt, dass du mit voller Leidenschaft in der Küche stehst – wieso hast du dich für eben diesen Job entschieden?

Ursprünglich wollte ich Bäcker werden, aber das sind nicht meine Arbeitszeiten. Ich kann zwar bis um 3 Uhr morgens in der Küche stehen, aber nicht um 3 Uhr anfangen und den ganzen Tag in der Konditorei backen. Als Kind war ich viel bei meiner Uroma, weil meine Eltern berufstätig waren. Sie war eine wirkliche Koryphäe am Herd. Ein Rezept brauchte sie nie und erreichte trotzdem immer ein perfektes Ergebnis. Ihre Enkel hat sie alle einbezogen und mich hat das nachhaltig geprägt. Nach und nach ist der Wunsch gewachsen, das beruflich zu machen.

2. Wo hast du deine Lehre gemacht?

Damals war es echt schwierig direkt nach der Schule eine Lehrstelle als Koch zu bekommen. Ich habe in verschiedenen Hotels Schülerpraktika gemacht und dadurch meinen Lehrbetrieb gefunden. Das war das Hotel Sachsen-Anhalt in Barleben. Mein Ausbilder selbst war viel bei Wettkämpfen und ich durfte ihn begleiten. Wir haben beispielsweise am Köcheball teilgenommen und ich bin zum Großen Preis der Köche gefahren – das war eine Auszeichnung für einen Lehrling. Nach einem Jahr als Facharbeiter bin ich ins Ratswaage Hotel gewechselt, weil mir hier viel geboten wurde. Ich durfte meinen Meister machen und bin jetzt auch als Ausbilder tätig.

3. Warum hast du dich bei Game of Chefs beworben und welches Gericht hast du ausgewählt, um die erste Runde zu meistern?

Ich habe mir gesagt, dass ich nichts zu verlieren habe. Mittlerweile habe ich an mehr als 60 Wettkämpfen teilgenommen. Außerdem ist das Format etwas Neues – du kochst unter Zeitdruck und die ersten zehn Minuten schießt pures Adrenalin durch deinen Körper. Ich war echt skeptisch, ob ich ein Dessert in nur 60 Minuten zubereiten kann, war dann aber schon nach ca. 46 Minuten fertig. Es gab eine Variation von der Hunzelpflaume mit Nuss. Die Hunzelpflaume kannte keiner der Köche und auch bei uns ist sie relativ unbekannt, obwohl es ein regionales Produkt ist. Das ist eine Pflaumengattung, die mehr als 120 Jahre alt ist und nur noch im Hundisburger Schlosspark zu finden ist. 

4. Im zweiten Wettkampf am 10.03.2015 musstest du Fisch zubereiten – war das eine Wunschkomponente oder warst du weniger begeistert?

Ich wollte in den Wettkämpfen alles mitnehmen! Wir haben Dorade zubereitet und die Zubereitungsart „exotisch“ zugewiesen bekommen. Eigentlich hatten wir auf gut-bürgerlich gehofft, weil das am besten zu unserem Team gepasst hätte. Man merkt in der Sendung vielleicht, dass ich kein Hektiker bin und immer einen Plan B habe – viel hätte mich nicht schockieren können. (lacht) Ich mag ehrliche Küche – man braucht keine 60 Komponenten auf einem Teller, die man nicht mehr herausschmecken kann.

5. Hast du ein Lieblingsgericht oder eine Lieblingszutat?

Mein Lieblingsessen ist Pellkartoffeln mit Quark – darüber lacht jeder, aber es ist eines der schwierigsten Gerichte. Man braucht die richtige Kartoffelsorte und auch der Quark muss fein abgestimmt sein: die richtige Säure, der richtige Anteil an Kräutern, fein angedünstete Zwiebeln, ein wenig Arganöl … Es gibt vier Zutaten, die für mich beim Kochen wichtig sind: Rotwein, Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter. Wenn ich nur vier Produkte auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte, wären es diese vier. Damit bekomme ich alles lecker. (lacht)

6. Gibt es einen Koch, mit dem du gern mal hinter dem Herd stehen möchtest?

Ja, Paul Bocuse und Eckart Witzigmann. Bocuse kennt man als den Koch schlechthin, er ist ein Gott in der Küche. Jede Woche steht er einen Tag in seinem Restaurant in Lyon und kocht dort. Dieses Jahr möchte ich mir den Wunsch erfüllen, ihn kennenzulernen. Ich mache mit Freunden eine Weintour durch Frankreich und gehe auch bei Bocuse essen. Hoffentlich erwische ich den Tag, an dem er da ist. Witzigmann ist der deutsche Jahrhundertkoch. Er hat die Nouvelle Cuisine nach Deutschland gebracht – die heutigen Sterneköche sind zu 90 Prozent Schüler von ihm. 

7. Wo gehst du in Magdeburg gern essen?

Ich liebe das Bonapart. Das hat einen einfachen Grund: Klar machen die auch hochgestochene Sachen, verschreiben sich aber der klassisch französischen Küche. An einer Crème brûlée kann ich nichts verbessern und einem Coq au Vin muss ich nichts zufügen – es muss nicht immer Firlefanz sein. Auch das Essen im Landhaus Hadrys mag ich sehr. Gastronomisch gesehen ist Magdeburg aber eher ein schwieriges Pflaster. 

Kommende Wettkämpfe der Show

17.03.2015: Thema Fast Food

24.03.2015: Thema Pasta

31.03.2015: Thema Fleisch

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