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Begbie über die erste Platte, Nachwuchswettbewerbe und Internetpromotion

Sie sind jung, zu dritt, extrem talentiert und haben nur ein Ziel: Rocken, rocken und nochmals rocken, was das Zeug hält!

Wie gut die Magdeburger Newcomer Begbie gerade das können, beweist nicht nur Ihre jüngst veröffentlichte 5 Track Debüt EP „Hey, may I kill you“ (Heartdisco Records/Universal, 2006) mit dazugehörigem Video, auch die circa 300 anwesenden Besucher des diesjährigen 3. Sommerrocken im Alten Theater feierten Mitte September zusammen mit Benny, Koss und Schöne bis die Hütte buchstäblich brannte.

Vor dem mitreißenden Auftritt haben sich die Drei noch Zeit für ein exklusives Backstage – Interview mit nachtlebenMD genommen.

nachtlebenMD:

Fangen wir an mit einer ganz klassischen Frage: Wie hat es bei Euch angefangen mit der Musik – Wer hat Euch inspiriert?

Schöne:

Also angefangen hat das Ganze eigentlich vor mittlerweile fünf Jahren, und die ersten Einflüsse kamen von kalifornischen Punkbands wie The Offspring und Blink 182.

nachtlebenMD:

Eure Idee war also, euren Idolen nachzueifern, um dieses Lebensgefühl in Magdeburg zu etablieren?

Schöne:

Genau, man sieht eben diese Bands im Fernsehen, findet das natürlich cool und bekommt dann mit der Zeit einfach Lust, die eigenen Ideen selbst umzusetzen.
 

nachtlebenMD:

Das ist jetzt schon fünf Jahre her, die erste EP ist gerade draußen, das Video läuft, Ihr werdet auf sämtlichen Rock- Radiostationen im Umland gespielt – Wie fühlt sich das an?

Schöne:

Fühlt sich natürlich super an! Damit kriegt man auch genau das Feedback, das man braucht, wenn man Musik macht, um daraus die Motivation zu ziehen, weiterzumachen…

Koss:

Es gibt unheimlich viele Bands, die schon nach einigen Proben oder wenigen Jahren zerbrechen, weil Sie einfach auf der Stelle treten. Da sind Sachen, wie die erste EP, definitiv ein Anreiz, weiterzumachen, richtig dahinter zu stehen und zweigleisig zu fahren, trotz Studium oder Abi.

„Mit Volldampf weiter!“

nachtlebenMD:

Wie war der ganze Prozess an sich, das erste Mal im Studio zu stehen und die eigne Platte aufzunehmen, bis zum fertigen Produkt?
 

Schöne:

Es war ein langer Prozess. Wobei wir nicht gesagt haben, wir gehen genau jetzt ins Studio und nehmen eine EP auf. Die Studiosongs gab es vorher schon. Sie haben sich über Monate entwickelt und die Livesongs kamen dann noch als kleines Bonbon dazu.
 

nachtlebenMD:

Wie kam es in dem Zusammenhang zur Zusammenarbeit mit Eurem Label Heartdisco Records?

Koss:

2002 haben wir beim ersten SWM Musicids [Musikwettbewerb für lokale Nachwuchsbands – Anmerk. d. Red.] zusammen mit den Scycs, den damaligen Headlinern, im Finale gespielt, und danach sind die ersten Kontakte entstanden.

nachtlebenMD:

Kommen wir jetzt zur Platte selbst, inhaltlich gesehen. Eure Musik lässt sich beschreiben, als eine Mischung aus voll auf die 12 – Indirock mit guter Laune Attitüde und ruhigen, teils melancholischen Tönen an der richtigen Stelle.
Einerseits also Musik, die sofort animiert, richtig aufzudrehen, andererseits, sind die nachdenklichen Töne, besonders textlich, nicht zu überhören. Wie entstehen die Songs und Texte?
 

Schöne:

Die Texte stammen hauptsächlich von mir. Ich greife dabei allgemeine, ganz alltägliche Themen auf, die sich aus Erlebtem und fiktiven Ideen verbinden, sodass eine gute Mischung aus beidem entsteht.
 

Koss:

Prinzipiell ist die Band einfach heiß drauf, geile Songs zu machen. Aber es ist uns wichtig, sich bei jedem Song musikalisch und textlich mit den jeweiligen Ideen zu jedem Teil separat zu beschäftigen und das auch ganz deutlich voneinander zu trennen.

Schöne:

Das heißt, wenn ein Song musikalisch nach guter Laune klingt, dann muss eben nicht auch der Text zwangsläufig gute Laune bedeuten. Die Texte entstehen also nicht so, dass sie inhaltlich unbedingt zur Stimmung der Musik passen müssen.
 

Koss:

Dies Zusammenspiel, bis zum Endergebnis, ergibt sich sehr oft ganz von alleine.

nachtlebenMD:

In dem Zusammenhang ist unter anderem „Hey, may I kill you“ ein Lied, das von Anfang an absolut nach vorne geht, und in sich ein sehr ernstes Thema behandelt. Warum dieses Lied als Namensgeber für die EP?
 

Koss:

„Hey, may I kill you“ war der Song, den die Radiostationen zuerst gespielt haben. Deshalb hat er für uns besonders viel Bedeutung und soll als Flagschiff der gesamten EP stehen.

nachtlebenMD:

Kann das Lied, als Opener, aufgefasst werden, wofür Begbie musikalisch, wie textlich steht, zum einen mit Vollgas mitzutanzen und andererseits, sich aber eben auch die Texte genauer anzuhören, gerade bei so ernsten Inhalten?
 

Schöne:

Wenn, an diesem Beispiel gesehen, eine solche Wirkung entsteht, ist das natürlich schön. Deswegen möchten wir jedem Hörer da auch definitiv genügend Spielraum für persönliche Eigeninterpretationen lassen, was jeden unserer Songs betrifft.

Koss:

Wichtig war uns, ganz objektiv, den stärksten Song, auch als Titeltrack für die EP zu nehmen.

nachtlebenMD:

Was allerdings dennoch sehr auffällt, wenn man die EP durchhört, ist eine positive Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Album zu ziehen scheint.
Beispiel: In „Hard Hit“ beschreibt ihr, auf einen Satz pointiert, die Situation, heutzutage wenig Anerkennung für Dinge zu bekommen, die man tut. Im Refrain betont Ihr dann aber deutlich, man solle trotzdem immer nach vorne schauen und sich nicht unterkriegen lassen…

Schöne:

Das liegt einfach an der positiven Grundeinstellung, die wir haben. Eine definitive Botschaft für alle Lieder lässt sich nicht festlegen.

Koss:

Es sind eben immer Momentaufnahmen von einer bestimmten Zeit. Inhaltlich sind es natürlich immer ganz bestimmte, spezielle Dinge, die wir verarbeiten. Die Texte werden deshalb immer allgemeiner gefasst, um jedem Einzelnen beim Hören unserer Musik den Interpretationsspielraum zu lassen. Genau so soll es auch sein.


Die erste EP: Hey May I Kill You

nachtlebenMD:

Vom Studio ist es ja nicht mehr weit bis auf die Bühne. Was liegt Euch denn da mehr – ein Konzert mit Akustikgitarren, wie im Sommer an der Strandbar, oder lieber richtig nach vorne mit aufgedrehten Verstärkern?

Koss:

Richtig nach vorne ist natürlich unser Zuhause! Solche Akustikkonzerte sind natürlich schon etwas Spezielles. Aber nach der Strandbar, mussten die Akustikklampfen dann auch erst einmal wieder weg!

Schöne:

…mussten wir erstmal wieder laut machen, und das hat auf jeden Fall Priorität.

nachtlebenMD:

Was haltet Ihr von solchen Veranstaltungen wie dem Sommerrocken oder dem SWM Musicids, als Plattform für, junge, unbekanntere Bands, die in erster Linie auf die Bühne wollen?

Koss:

Es sollte auf jeden Fall mehr davon geben! Es hat uns sehr geholfen, als Motivation und solche Gelegenheiten sind die ersten Erfolgserlebnisse, die man braucht. Das Feedback in den Medien ist groß und es gibt ausreichend Publikum, das hingeht.

Schöne:

Welche Wellen das schon schlägt, auch bei den kleineren Wettbewerben, ist beeindruckend. Also, für jede junge Band nur zu empfehlen. Einfach machen!

nachtlebenMD:

Sind Bandwettbewerbe demnach eine gute Schule, sich erstmal zu erproben und zu sehen, wie kommen wir als Band an?

Koss:

Klar. Live spielen muss man sowieso! Wenn man sich nur im Proberaum verschanzt, bringt es nichts.

nachtlebenMD:

Promotion durch die Plattenfirma ist der übliche Weg für junge Bands. Welche Rolle spielt heute diesbezüglich das Internet als mögliche Alternative?

Schöne:

Gewisse Portale sind zur Selbstdarstellung junger Bands natürlich schon nützlich, um den Leuten Musik auf dem richtigen Wege näher zu bringen.

nachtlebenMD:

Wie schätzt Ihr, im Gegenzug, die Gefahr ein, zwar neugierig gemacht zu werden, sich als User aber dennoch verleitet zu fühlen, die Lieblingsplatten einfach aus dem Netz herunter zu ziehen? Man kann ja immer noch auf die Konzerte gehen…

Schöne:

Das Internet bietet natürlich immer gewisse Gefahren. Anderseits ist es nützlich, sich für eine breite Hörerschaft bemerkbar zu machen. Trotzdem, denke ich, reicht die reine Promotion bloß über das Internet nicht aus. Leute sollten weiterhin die Platten kaufen und zu den Konzerten gehen.

nachtlebenMD:

Nochmals Stichwort Konzerte: Wie wichtig ist denn für Bands der Ort, an dem man gerade spielt? Ist die Stimmung unter Palmen und Sandstrand gleich eine ganz andere, als zum Beispiel in einem alten Theater?

Koss:

Der Anspruch, denn man haben muss, ist zuerst, die Musik sprechen zu lassen, unabhängig vom Veranstaltungsort. Der kann hin und wieder sicherlich zusätzlich eine bestimmte Stimmung auslösen.

Schöne:

Wir spielen aber generell überall, weil wir Spaß dran haben!

nachtlebenMD:

Von Euch gibt es auf Myspace ja schon einen neuen Song zu hören. Worauf kann man sich in naher Zukunft freuen?

Koss:

Man kann sich darauf einstellen, dass die Band mit Volldampf weitermacht!
Dass es ein komplettes Album geben wird, voraussichtlich nächstes Frühjahr und entsprechend jede Menge Konzerte mit uns.

Wir danken Begbie für das ausführliche Interview. 
Das Gespräch führte Bernd Biermann für nachtlebenMD.de.

Weiterführende Links

Magazin: Review der Begbie EP
<%if $__site.link_name == ‚magdeburg‘ %Galerie: Sommerrocken mit Begbie<%/if%
Offizielle Webseite von Begbie
Begbie auf mySpace

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