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urbanite-Interview mit dem Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalts, Dr. Reiner Haseloff

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Herr Minister Dr. Haseloff, das Ausbildungsjahr hat gerade begonnen: Findet jeder Jugendliche, der einen Ausbildungsplatz sucht, eine Lehrstelle?

Dr. Haseloff:

Jeder, der dieses Jahr die Schule verließ und einen Ausbildungsplatz sucht, kann eine Lehrstelle bekommen. Zahlenmäßig decken sich Angebot und Nachfrage. Jedoch muss man quantitative und qualitative Aspekte berücksichtigen: Qualitativ gibt es noch immer Präferenzen für bestimmte Berufe, die der Markt natürlich nicht alle anbieten kann. Daher hat man dann vielleicht erst nach einer zweiten oder dritten Bewerbung Erfolg, wenn man flexibel genug ist und nicht zu starr nur einen bestimmten Beruf ergreifen will. Weiterhin gibt es zwei Problemgruppen, die Schwierigkeiten bei der Lehrstellensuche haben und haben werden: Diejenigen, die keinen Schulabschluss haben, und Altnachfrager, die beispielsweise schon einmal eine Ausbildung abgebrochen haben oder ein zu schlechtes Zeugnis aufweisen. Insgesamt gibt es aber einen eindeutigen und zugleich positiven Trend: Dieses Jahr werden 3 % mehr Ausbildungsplätze angeboten, gleichzeitig gingen die Bewerberzahlen um 25 % zurück. Wir gehen daher davon aus, dass nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden können.

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Wie viel Prozent eines Jahrgangs brechen ihre Ausbildung ab?

Dr. Haseloff:

Im Durchschnitt brechen zwischen 20 und 25 % der Jugendlichen ihre Ausbildung ab, überwiegend sogar im ersten Lehrjahr. In dem gerade begonnenen Ausbildungsjahr traten bereits 320 Jugendliche Ausbildungsverträgen zurück!

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Woher rührt diese relativ hohe Abbrecherquote?

Dr. Haseloff:

Zum einen bekommen manche Jugendliche erst spät eine alternative Zusage, für die sie sich dann entscheiden. Zum anderen haben viele Jugendliche keine konkreten Vorstellungen, was hinter dem Ausbildungsberuf steckt und sind rasch enttäuscht oder fühlen sich überfordert. Oder aber es liegt an einer grundsätzlichen Null-Bock-Mentalität. Manche Jugendliche müssen lernen, dass sie ihr Schicksal nach der Schule selbst in der Hand haben.


Foto: Lars Frohmüller

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Gibt es bestimmte Trends bei den Ausbildungsberufen?

Dr. Haseloff:

Zu weiten, weiten Teilen sind die Präferenzen der Jugendlichen seit Jahren stabil. Besonders fällt auf, dass die Geschlechtsspezifik bei bestimmten Berufen fortbesteht: Es sind z.B. immer noch überwiegend Mädchen, die den Friseurberuf ergreifen möchten.

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Wie stehen die Chancen, nach der Ausbildung in Sachsen-Anhalt bleiben zu können?

Dr. Haseloff:

Wer jetzt in der Ausbildung ist und sie erfolgreich und gut hinter sich bringt, wird infolge des Fachkräftebedarfs Arbeit finden.

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Was raten Sie den Jugendlichen, damit es mit einem Ausbildungsplatz klappt?

Dr. Haseloff:

Lernt fleißig, informiert euch im BIZ, bei Praktika oder auf Messen gut über mögliche Ausbildungsberufe und seid neugierig.

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