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Radiokonzert mit Tokio Hotel in Magdeburg

Am 05.10.2014 konnten 24 Fans exklusiv beim Akustik-Konzert von Tokio Hotel im radio SAW Funkhaus dabei sein. urbanite traf die Jungs nach dem Konzert und sprach mit ihnen über Familiensinn, Heimatverbundenheit und musikalische Inspiration.

Vor dem radio SAW Funkhaus ist es für einen Sonntag ungewohnt belebt. Eine Traube von vorwiegend weiblichen Gästen steht mit erwartungsfrohen Blicken vor der Glasfassade. Ein Lautsprecher ruft nach und nach 24 Namen auf, die eintreten können. Diese 24 sind die Gewinner des Radiokonzerts von Tokio Hotel und dürfen ihren Idolen schon bald ganz nah sein. „Etwa 5.000 Fans haben sich online für einen Platz beim Radiokonzert beworben“, erklärt radio SAW Pressesprecher Jens Kerner. „Unter den 24 glücklichen Gewinnern waren unter anderem Mädchen aus Polen und der Schweiz.“ Kein Weg scheint weit genug, um Bill, Tom, Gustav und Georg hautnah erleben zu können.

Als alle Fans Platz genommen haben, kann man die Spannung im Raum fühlen, mit Gekreische und lautem Beifall werden die Jungs schließlich in dem kleinen Studio begrüßt und starten sofort ihr Akustik-Konzert. Nur mit Gitarre, Percussion und Mikrofon performen Tokio Hotel vier Songs, drei davon von ihrem neuem Album „Kings of Suburbia“. Anschließend werden bei der Autogrammstunde Selfies mit den Fans geschossen und Autogramme verteilt. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Man wartet seit Jahren darauf, den Jungs so nah zu sein, besonders auf Gustav habe ich mich gefreut“, schwärmt Sarah aus Klein Parschleben. „Selbst für mich als Mutter ist es ein tolles Gefühl, dabei zu sein“, sagt Heike aus Petersberg, die ihre Tochter begleitet hat. Auch nach dem kurzen Konzert klingt die Euphorie der Fans kaum ab. 

Tokio Hotel im Interview mit urbanite

 

Nach der Autogrammstunde stehen Tokio Hotel schließlich den Fragen der Journalisten Rede und Antwort. Während Gustav und Georg nach wie vor in Magdeburg leben, sind die Zwillinge Tom und Bill Kaulitz inzwischen in Los Angeles beheimatet. urbanite sprach mit den Jungs über Heimatverbundenheit, musikalische Inspiration und das Leben in LA.

Gestern „Wetten, dass …?“ in Erfurt, heute Radiokonzert in Magdeburg. Wie lange bleibt ihr noch in Magdeburg und in Deutschland generell?

Tom: Wir fahren jetzt direkt wieder weg.

Bill: Wir kamen heut früh aus Erfurt und fahren jetzt weiter nach Berlin zu Circus Halligalli. Zwei Tage bleiben wir jetzt noch in Deutschland und dann geht’s weiter nach Frankreich, danach weiter nach Italien, dann zurück nach LA und anschließend nach Südamerika. 

Führt euch die Tour zum neuen Album auch nach Magdeburg?

Bill: Das wissen wir noch gar nicht. Ich denke, wir werden das ganze nächste Jahr in verschiedenen Blöcken touren, aber einen genauen Plan gibt es bisher nicht. 

Tom: Vielleicht machen wir einfach ein Geheimkonzert in der Factory (lacht).

Gibt es in LA Dinge aus Deutschland, die ihr vermisst?

Tom: Pflaumenkuchen, Rhabarberkuchen …

Bill: Unsere Oma backt immer Pflaumenkuchen für uns und friert den ein, bis wir kommen. Ich vermisse vor allem die deutschen Backwaren, Brot, Brötchen …

Seid ihr in Deutschland auch mal undercover unterwegs?

Bill: Wenn wir privat hier sind ja.

Tom: Wir machen vorher einen Post auf Instagram und schreiben „Hallo Mexiko“ und keiner weiß, dass wir hier sind.

Seht ihr Magdeburg immer noch als eure Heimat an?

Bill: Wir sind ja schon mit 15 nach Hamburg gezogen und kommen ja nicht direkt aus Magdeburg, sondern aus Loitsche. Für uns ist Heimat immer da, wo unsere Familie ist. Am Anfang ist unsere Familie auch mit nach LA gekommen und wir haben unsere fünf Hunde mitgenommen. Auf Tour kommt eh immer familiäre Stimmung auf, dadurch dass Tom und ich Brüder sind, wie vielleicht manche wissen (lacht). Wir haben auf jeden Fall Erinnerungen an Magdeburg und einen Teil der Familie, der immer noch hier lebt.

Tom: Klar, haben wir Erinnerungen: Die ersten Partys, das erste Mal Sex (lachen) … in der Factory.

Zum Thema Familiensinn, wohnt ihr immer noch zusammen?

Tom: Ja.

Bill: Die Frage stellt sich gar nicht, ob wir irgendwann mal auseinander ziehen. Wir alle haben einen sehr ausgeprägten Familiensinn. Georg und Gustav sind ja auch wegen der Familie noch in Magdeburg und Tom und ich haben in LA immer volles Haus und oft Besuch. Unsere Familie und Kumpels aus Deutschland kommen oft vorbei.

 

Eine Rückkehr nach Deutschland ist momentan keine Option?

Bill: Nee, für uns ist es super entspannt in LA, das würde ich nicht wieder eintauschen wollen. Das mit dem Leben in Deutschland hat für uns nicht so gut geklappt.

Und ihr beide, Georg und Gustav, möchtet ihr von hier wegziehen?

Georg: Wir bleiben erstmal hier, wir finden es ganz schön hier.

Schreibt ihr die Texte nach wie vor selbst und verarbeitet ihr eure persönlichen Erfahrungen in der Musik? 

Bill: Auf dem neuen Album haben wir mehr selbst gemacht als je zuvor, wir haben im Homestudio sogar selbst produziert. Tom hat weitaus mehr beigetragen, als Gitarre spielen. Er hat die ganzen Beats mit Synthesizern und Klavier programmiert. Die lange Auszeit war nötig, um wirklich Zeit für die Musik zu haben. Was die Lyrics angeht, schreiben wir viel selbst und arbeiten mit tollen Leuten in Amerika zusammen. Jeder Ton ist sehr persönlich. 

Cover und Videos sind sehr provokativ und das Thema Sex steht im Fokus. War das geplant oder hat sich das im Prozess entwickelt?

Bill: Viele sagen, wir haben ein „Sex-Paket“ gemacht, aber das sehen wir gar nicht so. Bei „Girl Got a Gun“ war gar nicht geplant, dass der Fokus so stark auf dieses Kuscheltier geht. Bei „Love Who Loves You Back“ war das wiederum sehr bewusst. Ich wollte so eine Orgie schon zum letzten Album nachstellen, weil ich den Film „Das Parfüm“ so toll finde. In der letzten Szene gibt es diese große Orgie und das wollte ich musikalisch umsetzen. Beim letzten Album hat es sich nicht ergeben, aber zu dem Song hat es perfekt gepasst. 

Tom: Die P18 Version kommt erst noch.

Bill, du hast den Film angesprochen. Was inspiriert euch musikalisch?

Bill: Filme sind immer eine gute Inspiration. Aber bei diesem Album hat uns das Leben an sich inspiriert, die Freiheit endlich wieder ein normales Leben führen zu können und so auch wieder in den Menschen und der neuen Stadt Inspiration finden können. Wenn man in ein neues Land und eine neue Stadt zieht, erhält man ganz viele Eindrücke, die man verarbeiten kann. Ich habe wieder angefangen zu schreiben, weil ich vorher gar keine Inspiration mehr hatte, die Luft war einfach raus. Bei diesem Album hat uns vor allem LA und das Nachtleben inspiriert – und natürlich die Freiheit. 

Tom: Wir sind auch viel gereist, waren auf Festivals und auch der eigene Musikgeschmack ändert sich ja. 

Apropos Freheit, vor einigen Jahren seid ihr nach LA gezogen, um dem Trubel zu entgehen. Bei euch wurde in Deutschland eingebrochen und ihr wurdet gestalkt. Ist es auch beklemmend, wieder hier zu sein?

Bill: Es fühlt sich einfach viel intimer an. In LA sind so viele Menschen und man kann einfach untertauchen. Da sind viel mehr Freaks unterwegs und man fällt gar nicht auf. Aber trotzdem sind wir gerne in Deutschland und würden hier auch leben, wenn es möglich wäre.

Beobachtet ihr nach wie vor die deutsche Musikszene?

Bill: Leider nur ein bisschen, ab und an bekommt man etwas mit.

Allein durch die DSDS Zeit vermutlich.

Bill: Genau, aber auch da wurden viele Songs gesungen, die ich gar nicht kannte, die aber in den deutschen Charts sehr hochplatziert waren. Wir bekommen viel mehr von der amerikanischen Musik mit.

Tom: MC Fitti kennen wir. 

Ob Tokio Hotel im Rahmen ihrer Tour auch Magdeburg einen Besuch abstatten, könnt ihr hier mitverfolgen. 

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