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Themenwochenende im Schauspielhaus

Wie wichtig ist Demokratie? Das ist die zentrale Frage, mit der ihr euch vom 1. bis 3. Februar im Schauspielhaus auseinandersetzen könnt. Denn anlässlich der Machtergreifung Hitlers, die sich 2013 zum 80. Mal jährt, organisierte das Magdeburger Theater ein Themenwochenende unter dem Motto „Die Gegenwart der Vergangenheit“. Was ihr an diesen drei Tagen mitnehmen könnt, haben wir für euch zusammengefasst.

Wie wichtig ist Demokratie? Das ist die zentrale Frage, mit der ihr euch vom 1. bis 3. Februar im Schauspielhaus auseinandersetzen könnt. Denn anlässlich der nun zum 80. Mal jährenden „Machtergreifung“ organisierte das Magdeburger Theater ein Themenwochenende unter dem Motto „Die Gegenwart der Vergangenheit“.

Was ihr an diesen drei Tagen mitnehmen könnt, haben wir für euch zusammengefasst.

Eine Idee wird geboren
Das Wochenende setzt sich aus verschiedenen Events zusammen, die euch jeweils auf ihre eigene Art zum Nachdenken anregen sollen. Davon ausgehend gab das Theater ein Stück in Auftrag, das den Nagel auf den Kopf treffen sollte. Dies war die Geburtsstunde der „Fraktion“. Das Stück fragt scharfsinnig nach den Problemen, aber auch den Möglichkeiten der heutigen demokratischen Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Gedenkstättenausschuss einer unbenannten Fraktion. Die Mitglieder dieses Ausschusses sehen sich mit der Ankunft des Neulings Martin gezwungen, sich mit Erinnerungskultur auseinanderzusetzen. Wenig an seiner Idee einer neuen Stele interessiert, wollen die alt eingesessenen Mitglieder die Sitzung schnellst möglich hinter sich bringen. Doch es führt kein Weg aus dem Sitzungssaal hinaus …

Erinnern – aber wie?
Während der Stückentwicklung befasste sich das gesamte Team mit den Spuren des Totalitären in Magdeburg. Der dreiwöchige Workshop dazu bestand aus Gesprächen mit Politikern, Historikern, Juristen und Magdeburger Bürgern. Das Ergebnis war, dass es in Magdeburg zwar nicht an einer Erinnerungskultur fehlte, es aber dennoch von Nöten wäre, diese auch an den „Mann zu bringen“. Ein Versuch ist der Hörparcours „Hört auf diese Stadt“ – ein eigenständig und doch ergänzendes Hörspiel zur „Fraktion“. Mit einem MP3-Player und Kopfhörern ausgestattet, begebt ihr euch durch die Magdeburger Innenstadt. Auf euren Weg werdet ihr von einem fiktiven Bürgerausschuss begleitet, der einen geeigneten Platz für ein Denkmal sucht. Euch erwartet ein vielversprechendes Projekt, das neben perfekt integrierten Tondokumenten aus dem Deutschen Hörfunk-Archiv, tiefgründige Momente verspricht.

Von Hollywood und jungen Regisseuren
Zwei weitere Theaterstücke finden sich im Programm ein. Zum einen handelt es sich dabei um die Premiere von Jürgen Hoffmanns Komödie „Noch ist Polen nicht verloren“. In der Adaption von Ernst Lubitsch‘ Hollywoodklassiker „Sein oder Nichtsein“ geht es um eine Gruppe polnischer Schauspieler im Spätsommers 1933. Zu dieser Zeit spitzt sich die Lage zu. Und obwohl sich das Ensemble verpflichtet fühlt, polnische Untergrundkämpfer vor den Nationalsozialisten zu schützen, verspricht das Stück eine geladene Portion Humor. Die Schauspieler schlüpfen im Laufe ihrer Rettungsaktion in die Uniformen der Nazis – ein gewagtes Spiel um die Freiheit beginnt.
Das passende Gegenstück zu dieser Anti-Nazi-Komödie bildet das Drama „Draußen vor der Tür“. Im Rahmen der Produktionsreihe „Werkstatt“ entstand unter der Leitung junger Regisseure ein Heimkehrer-Drama. Als die Hauptfigur Beckmann nach Kriegsende in seine völlig zerstörte Heimat zurückkehrt, nagen die Zweifel so sehr an ihm, dass er den Willen zum Weiterleben zu verlieren scheint.

Phänomen Zivilcourage
Die wohl erschreckendste, aber auch eindrucksvollste Veranstaltungen ist die Lesung „Liebesbriefe an Hitler“. Nichts anderes bezeugt das erschreckende Ausmaß des Mitläufertums und der Faszination für Hitler so sehr, wie diese Briefe.
In dem Vortrag „Stiefeltritt und Schlagstock?“ geht es um die Ursachen der rechtsextremen Gewaltästhetik. Im Anschluss daran könnt ihr an der Gesprächsrunde „Rechtsextreme Herausforderung in der Gegenwart“ teilnehmen. Kernpunkt ist die Frage, inwiefern sich die Demokratie durch den Rechtsextremismus bedroht fühlt.
Wer Engagement beweisen möchte, kann an dem vierstündigen Workshop „Otto greift ein“ zu Zivilcourage am Sonntag ab 14 Uhr teilnehmen. Hier bekommt ihr kostenfrei die Möglichkeit Übungen mitzumachen, um in Krisensituationen gewaltfrei handlungsfähiger zu sein.

Das komplette Programm findet ihr hier:

http://www.urbanite.net/de/magdeburg/locations/schauspielhaus-magdeburg/events

Wer mehr zum Theater Magdeburg mit dem Opernhaus am Universitätsplatz erfahren möchte, findet hier alle Details der Location.

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