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Tourismus in Köln: Herausforderung und Chance für die Zukunft

National wie international ist unser schönes Köln eine beliebte Metropole für Urlauber und Städtetouristen aus aller Welt. Die seit Jahren steigenden Besucherzahlen sind einerseits wünschenswert, stellen die Stadt aber auch vor große Herausforderungen. Prinz erklärt woran das liegt und wie man dem entgegenwirken kann.

Mit mehr als eine Million Einwohnern besitzt Köln die höchste Bevölkerungsdichtein Nordrhein-Westfalen. Der City-Tourismus boomt. Die Wirtschafts- und Kulturmetropole,Karnevalshochburg, Event- und Partystadt ist im In- und Ausland beliebt. Das hat seinen Grund: Die Kölner gelten als tolerant, multikulturell und offen. 

Zu verdanken ist das unter anderem dem weltweit bekannten Karneval und der großen sexuellen Vielfalt, die hier ganz selbstverständlich gelebt wird: Die LSBTIQ-Community (Lesbisch-, Schwule, Bisexuelle, Trans-*, Inter-*, Queer-Gemeinschaft) trägt maßgeblich zu der positiven Außenwahrnehmung Kölns bei. Nach dem Motto „Jede Jeck es anders“ ist hier jeder willkommen. Die Kölner begeistern mit ihrer fröhlichen, unkomplizierten Lebensart und Aufgeschlossenheit. Kein Wunder also, dass Köln ein Magnet für Gäste aus aller Welt ist. 

Was einerseits positiv ist und die Wirtschaft der Stadt stärkt, bedeutet andererseits eine Herausforderung. Das gilt besonders für die Mobilität und die kulturelle Identität der Metropole. Wir werfen einen Blick auf die Licht- und Schattenseiten der unaufhörlichen steigenden Touristenzahlen in Köln.

Tourismus in Köln – eine Bestandsaufnahme

Im Jahr 2018 besuchten 3,7 Millionen Gäste die Domstadt. Das sind rund drei Prozent mehr als 2017. Immerhin 1,18 Millionen Besucher kamen aus dem Ausland ins Rheinland. Durchschnittlich blieben die Touristen 1,7 Tage in der Stadt und gaben allein für Übernachtungen rund 600 Millionen Euro aus. Die Auslastung der Hotels, Pensionen, Campingplätze und sonstigen Gasthäuser liegt mit 52,5 Prozent über dem Landesdurchschnitt (44,1 Prozent).

Experten zufolge entstehen dank der Tourismus-Branche in Köln inzwischen mehr Arbeitsplätze als durch die Automobilindustrie. Von dem Zustrom an Besuchern profitieren neben Hotelbetrieben, Restaurants, Bars und Kneipen auch Taxibetriebe und der Einzelhandel. 

Schwerpunkt Citytourismus 

Sowohl Business- als auch Freizeitreisende empfinden Köln als reizvolle Metropole für Kurztrips, wie die eingangs erwähnten Zahlen zeigen. Eine Städtereise in die Domstadt verspricht einen abwechslungsreichen Aufenthalt in entspannter urbaner Atmosphäre. 

Darunter finden sich alle Arten von Besuchern:

  • Eventtouristen
  • Kulturtouristen
  • Shoppingtouristen
  • Gäste, die Angehörige oder Freunde besuchen

Die Stadt besitzt mit dem Dom, dem Rhein und der Altstadt, der lebendigen Brauhauskultur, dem Karneval und dem ColognePride zahlreiche Anziehungspunkte für Gäste, die sich in relativ kurzer Zeit erkunden lassen. Hinzu kommen weitere Attraktionen wie die Koelnmesse, Sport-Veranstaltungen, Locations wie die LANXESS Arena sowie das RheinEnergieStadion. 

Im Attraktivitäts-Städteranking schafft es Köln immerhin auf Platz vier, zusammen mit Hannover und Leipzig. Die Kölner selbst verliehen ihrer Stadt ein „Gut“ (Note 2,0). Das liegt vermutlich nicht an ihrer architektonischen Schönheit. (Etwa 80 Prozent der Gebäude wurden während des zweiten Weltkriegs zerstört.) Vielmehr dürfte es dem ganz eigenen Menschenschlag, der entspannten Atmosphäre und dem Credo „Leben und leben lassen“ zu verdanken sein. Genau das ist auch für Städtereisende attraktiv. 

Schwerpunkt Kulturerlebnis 

Kulturell hat Köln Jung und Alt einiges zu bieten. Der Rhein teilt die Stadt in zwei Teile: Auf der linksrheinischen Seite befinden sich der Dom, die Altstadt und die Museen. Rechts wartet der Rheingarten, eine weitläufige Parkanlage, die sich von der Hohenzollernbrücke mit ihren inzwischen über 500.000 Liebesschlössern bis zur Deutzer Brücke zieht. Eine Rheinrundfahrt mit dem Schiff bietet Besuchern die Möglichkeit, einige der Sehenswürdigkeiten entspannt aus der Ferne in Augenschein zu nehmen.

Kölner Dom

Keine Frage, ein absolutes Must-see ist der Kölner Dom, das Wahrzeichen der Stadt, in der wiederaufgebauten Altstadt. Jedes Jahr bewundern mehr als sechs Millionen Gäste die gotische Kathedrale mit dem zweithöchsten Kirchturm Europas, die für ihren Dreikönigsschrein und den Blick über den Rhein berühmt ist. Eine Turmbesteigung ist nicht nur wegen der Domglocken Pflicht; sie lohnt sich vor allem wegen des überwältigenden Ausblicks. 

Museen

In fußläufiger Entfernung vom Dom liegen zwei der bekanntesten Museen Kölns: das Museum Ludwig, das seinen Schwerpunkt auf die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts legt und über eine umfangreiche Pop-Art-Sammlung verfügt, und das Römisch-Germanische Museum, das die archäologische Geschichte der Domstadt am Leben erhält. 

Doch das ist längst nicht alles. Eine Vielzahl der unterschiedlichsten Museen in Köln bietet anregende Kulturerlebnisse für Menschen aller Alters- und Interessensgruppen: 

  • Wer Stadtgeschichte erleben möchte, besucht das Kölnische Stadtmuseum. Mit einem Bestand von rund 300.000 Exponaten, von denen rund 5.000 ausgestellt werden, ist für abwechslungsreiche Schlaglichter gesorgt.
  • Das Schokoladenmuseum im Kölner Stadtteil Altstadt-Süd erzählt die Geschichte süßer und kalorienreicher Versuchungen.
  • Interessierte an chinesischer, koreanischer und japanischer Kunst kommen im Museum für Ostasiatische Kunst auf ihre Kosten. 

Wer durch die Kölner Altstadt schlendert, stößt schließlich nicht nur auf spannende Sehenswürdigkeiten, sondern lernt auch gleich die gastronomische und kulturelle Szene sowie das umfangreiche Shoppingangebot der Stadt kennen. Schließlich ist Köln nicht nur ein Erlebnis-, sondern auch ein Shopping-Hotspot. Berühmte Einkaufszonen sind der Alte Markt, die Hohe Straße und die Schildergasse. Abends lohnt sich das Einkehren in eines der Brauhäuser.

Biergärten

Im Sommer laden Biergärten dazu ein, das „Kölsch“ unter freiem Himmel zu genießen, zu plaudern und den Tag beschaulich ausklingen zu lassen. Hellers Biergarten im Volksgarten, der Biergarten am Aachener Weiher und der Biergarten am Stadtgarten liegen mitten in der Natur. Alternativer geht es im Stadtveedel Ehrenfeld zu: Der Biergarten im Underground ist bekannt für Partys und Konzerte. Dort sammelt sich mehrheitlich jüngeres Publikum, genauso wie in der bunten Bar- und Musikszene im Belgischen Viertel, in der Südstadt oder in der Mülheimer Schanzenstraße auf der rechten Rheinseite.

Karneval: Kölle Alaaf – Es lebe Köln!

An den Narren und Jecken kommt zur Karnevalszeit niemand vorbei, schon gar nicht in der Hauptstadt des Karnevals. Während der sogenannten fünften Jahreszeit, die am 11. November um 11:11 Uhr beginnt, feiert, trinkt und schunkelt die gesamte Stadt. Verkleidet, versteht sich. Von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch (Donnerstag bis Mittwoch) gilt: Entweder fluchtartig die Metropole verlassen oder mitmachen!

Der Kölner Karneval ist eine der größten Karnevalsveranstaltungen auf der ganzen Welt. Den Höhepunkt des gewaltigen Volksfestes bildet der Rosenmontagszug, der vom Chlodwigplatz Richtung Norden durch die Kölner Innenstadt zieht. Mehr als eine Million Menschen verfolgen das Spektakel live vor Ort. An diesem Tag kommt das Geschäftsleben der Stadt komplett zum Erliegen. Köln befindet sich im Ausnahmezustand.

ColognePride und Christopher Street Day

Aber die Stadt ist nicht nur eine Karnevalsmetropole, sondern auch die deutsche Hochburg der Schwulen und Lesben. Selbst Berlin kann in dieser Hinsicht nicht mit der Domstadt mithalten. 10,6 Prozent der Einheimischen von 18 bis 75 Jahren bezeichnen sich als homosexuell, bisexuell, trans*, inter* oder queer (LSBTIQ). 

Jedes Jahr im Juli findet in Köln der ColognePride statt, bei dem sich politische und kulturelle Veranstaltungen sowie Partyevents die Waage halten. 2019 lautet das Motto: „50 Years of Pride – Viele. Gemeinsam. Stark!“ Ziel ist die gesellschaftliche Gleichstellung aller Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Identität. Höhepunkt des ColognePride ist das dreitägige Christopher Street Day-Straßenfest, das am ersten Juli-Wochenende stattfindet. Es endet mit einer Demonstration beziehungsweise einer bunten Parade durch die Kölner Innenstadt. 2018 nahmen rund 1.200 000 Menschen am ColognePride teil. 

Schwerpunkt Erholung und Wellness 

Wellness-Urlaube werden immer beliebter. Für 2018 plante fast jeder zehnte Deutsche einen Wellness- oder Gesundheitsurlaub. Entspannung und Regeneration für Körper, Seele und Geist bieten in Köln unter anderem die Mauritius-Therme im Mauritius Hotel im Stadtzentrum oder der Health Club im Hotel Savoy an. Stressgeplagte genießen dort Massagen, Beautyanwendungen und Saunagänge. Für viele Menschen ist Urlaub gleichbedeutend mit Erholung und Gesundheitsvorsorge.

Medizintourismus auf dem Vormarsch

Doch auch der Medizintourismus nimmt Fahrt auf: Köln gilt als eines der führenden medizinischen Kompetenzzentren in Europa. Es gibt mehr als 20 Krankenhäuser, Kliniken und hochgradig spezialisierte Tages- und Fachkliniken in der Stadt. Patienten aus aller Welt lassen sich in Köln stationär und ambulant behandeln, um die bestmögliche medizinische Versorgung zu erhalten.

Aus diesem Grund hat die KölnTourismus GmbH das Netzwerk Health Cologne gegründet. Es konzentriert sich auf Patienten aus dem Ausland und informiert über Behandlungsmöglichkeiten in Kölner Institutionen sowie bei Kölner Fachärzten. 

Zum Netzwerk gehören Partner aus der Hotellerie und dem Transportwesen. Dolmetscher und Stadtführer sind ebenfalls mit an Bord. Dadurch finden ausländische Medizintouristen eine optimale Infrastruktur vor: Sie brauchen sich um nichts zu kümmern und genießen vor und nach ihrer Behandlung einen unterhaltsamen, inspirierenden Aufenthalt in Köln – inklusive einer Stadtführung in ihrer Muttersprache oder auf Englisch. 

Schwerpunkt Genuss und Kulinarik 

Die Gastronomie und die kulinarischen Angebote einer Region sind für Reisende aus aller Welt von großem Interesse. Aus diesem Grund legt KölnTourismus in den Jahren 2018 und 2019 den Schwerpunkt auf die kulinarischen Besonderheiten Kölns. Im Rahmen der Themenkampagne „Culinary Cologne“ entsteht in Kooperation mit dem Stadtrevue Verlag ein englischsprachiger Food Guide für Köln. Zusätzlich gibt es Videoclips mit Kölschen Highlights, die zusammen mit REWE realisiert werden. 

Außerdem unterstützt KölnTourismus das Festival „Fine Food Days“, das vom 31. August bis zum 9. September 2019 zum ersten Mal in Köln stattfindet: An zehn Tagen beweisen Spitzenköche ihre Meisterschaft in Sachen Kreativität, Innovation und Kulinarik.

Food-Touren durch die Domstadt

Lokale Küche servieren vor allem Kölner Kneipen und Brauhäuser. Traditionell sind die Speisen deftig. Zu den Anziehungspunkten für Besucher zählen die in der Innenstadt liegenden Lokale und die Veedelskneipen, wo – wie sollte es anders sein – Kölsch zu traditionellen Gerichten serviert wird. Das helle, obergärige Bier stammt ausschließlich aus der Domstadt und ihrer näheren Umgebung.

Highlights für Gäste sind die diversen Food Touren durch die Domstadt. Dabei erleben Besucher die Kölner Altstadt und die Kölsche Trink- und Brauhauskultur. Andere Touren beziehen Anekdoten und Wissenswertes rund um Köln, Speisen und Getränke mit ein. Touristen lernen ausgewählte Lokale kennen und kosten die typisch-kölschen Speisen, angefangen vom „Halven Hahn“ (Röggelchen mit einer Scheibe mittelalten Gouda, Zwiebeln, Butter und Senf) über „Kölschen Kaviar“ (Blutwurst mit einem Röggelchen, Zwiebeln und Senf) bis zu „Himmel un Äd“ (Kartoffelstampf mit Apfelstücken, Blutwurst und gerösteten Zwiebeln). 

Schwerpunkt Eventtourismus 

2017 fanden in Köln insgesamt 49.521 Veranstaltungen an 174 Event-Locations statt. Mit ihren zahlreichen Großveranstaltungen wie Karneval, Cologne Pride, Fußball, Musicals, Konzerten und Weihnachtsmärkten ist die Domstadt wegen ihrer Events beliebt. Darüber hinaus finden in Köln jährlich mehr als 80 Messen, Ausstellungen und Sonderveranstaltungen statt. Dazu zählen die „spoga+gafa“, die größte Gartenmesse der Welt, die Spielemesse „gamescom“ oder die Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit „FIBO“. 

Zusätzlich geben sich Weltstars wie Phil Collins, Metallica, Pink, Cher oder Herbert Grönemeyer bei Konzerten die Ehre. Auch für Musicals reisen Gäste aus dem In- und Ausland an.

Die größten Herausforderungen und ihr Zukunftspotential

Wieviel Wachstum ist gesund?  

Die steigenden Besucherzahlen bedeuten für die Stadt Köln sowohl Chancen als auch Herausforderungen: Touristen bringen Geld in die Stadt. Sie sorgen für lebendige Innenstädte, für eine blühende Hotellerie und ein aktives Nachtleben. Nehmen ihre Zahlen überhand, bestimmen sie allerdings das Bild der Stadt. Das wiederum senkt möglicherweise ihre Attraktivität. Was Gäste nach Köln zieht, ist unter anderem die Identität der Rheinmetropole. Geht sie verloren, verliert die Stadt womöglich einen Teil ihres Reizes.

Herausforderung Sicherheit 

Die sexuellen Übergriffe auf Frauen, Diebstähle und der Beschuss mit Feuerwerk in der Silvesternacht 2015/2016 haben gezeigt, dass Sicherheit ebenfalls ein nicht zu unterschätzendes Thema ist. Diese Vorkommnisse führten zu einem kurzfristigen Rückgang der Touristenzahlen. Durch die Negativ-Schlagzeilen abgeschreckt, sagten Gäste unmittelbar darauf ihren Besuch in der Domstadt ab oder setzten ihre geplante Reise nicht in die Tat um. Der Grund: Sicherheitsbedenken. Infolgedessen wurden die Sicherheitsmaßnahmen bei größeren Ereignissen verschärft. 

Herausforderung Mobilität 

Laut den Ergebnissen der bundesweiten Befragung „Mobilität in Deutschland“ (MiD) aus dem Jahr 2017 geht der motorisierte Individualverkehr bei den Einheimischen in Köln zurück:

  • 35 Prozent aller Wege entfielen auf den privaten Pkw (2006: 43 Prozent),
  • 19 Prozent auf das Fahrrad (2006: 12 Prozent)
  • 21 Prozent auf den ÖPNV (2006: 21 Prozent) und 
  • 25 Prozent auf den Fußverkehr (2006: 24 Prozent).

Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die sich in Zukunft hoffentlich weiter zugunsten einer umweltfreundlicheren Mobilität fortsetzen wird. Allerdings führen die Touristenströme dennoch zu einer Zunahme des Verkehrs.

Tourismus und Verkehr

Von über 130 Orten aus dem In- und Ausland steuern Flugzeuge den Köln Bonn Airport an. Die Autobahnverbindung ist ebenfalls exzellent: Wer mit dem Auto anreist, hat die Möglichkeit, seinen Wagen auf einem der Park-and-Ride-Plätze abzustellen und die Metropole mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln zu erkunden. Umweltfreundlicher als per Flieger oder Privat-PKW geht die Anreise nach Köln mit dem Zug. Manche Touristen kommen per Schiff in die Rheinmetropole.

Besonders der öffentliche Personennahverkehr ist gefordert. Überwiegend bleiben Eventurlauber, Messebesucher oder Wochenendgäste nur wenige Tage in der Stadt. Bei diesen kurzen Aufenthalten sind die An- und Abreise der Touristen, sowie die Mobilität innerhalb der Stadt entscheidend. Damit der Transfer reibungslos funktioniert, muss ein zukunftsträchtiges Mobilitätskonzept her. Erste Ansätze gibt es bereits.

Smarte Mobilitätskonzepte für die Zukunft

Dazu gehört auf der einen Seite der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Köln. Auf der anderen Seite bietet der Besucherzustrom auch Möglichkeiten für innovative, nachhaltige Alternativen. Beispiele für Ansätze in dieser Richtung sind 

  • Elektroautos
  • Mietbikes
  • umweltfreundliche Velo-Taxis

Letzteres sind City-Cruiser, die von einem Fahrer per Muskelkraft angetrieben werden. Im Fahrzeug bleibt genug Platz für zwei Passagiere und etwas Handgepäck. Langfristig gesehen sind smarte Mobilitätskonzepte wie selbstfahrende Busse oder der Hochgeschwindigkeitszug Hyperloop von Tesla-Gründer Elon Musk spannende Ansätze für innovative Verkehrskonzepte zur Entlastung der Metropole. 

Nachhaltige Gestaltung von touristischen Angeboten 

Die ohnehin hohe Auslastung der verfügbaren Unterkünfte und steigende Gästezahlen machen eine Weiterentwicklung des Kölner Hotelmarktes notwendig. Vor allem im Luxussegment fehlen auf lange Sicht Unterbringungsmöglichkeiten. Dieser Sektor soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. 

Alexander Hoeckle, Geschäftsführer International und Unternehmensförderung der IHK Köln, betont die Wichtigkeit eines Hotelentwicklungsplans, um die Stadt als „Hotel-, Messe-, Tagungs- und Kongressstandort zu stärken und zukünftig vermehrt Großveranstaltungen und Großkongresse nach Köln zu holen“. Gerade angesichts der Neugestaltung und des Ausbaus der Kölnmesse fehle es an Betten im 4- und 5-Sterne-Bereich. 

Potenzial für nachhaltige Angebote bietet vor allem der chinesische Markt: 2015 verbrachten laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 109 Millionen Chinesen ihre Ferien im Ausland. In Köln steigerten sich ihre Übernachtungszahlen in den letzten Jahren um 163 Prozent auf 98.206. Chinesen bevorzugen es, mehrere Länder in Europa nacheinander zu bereisen. Dementsprechend sind für Urlauber aus dem Reich der Mitte besonders Großstädte interessant, die über einen Flughafen mit guten Direktverbindungen verfügen. Köln ist eine attraktive Zwischenstation und Shoppingmöglichkeit vor der Weiterreise nach Belgien und in die Niederlande.

Umgang mit dem Fachkräftemangel

Fehlende Fachkräfte in der Gastronomie

Rund 33.000 Beschäftigte arbeiten in Köln im Gastgewerbe. Allerdings fehlen dort in absehbarer Zeit Fachkräfte. Problem: Die Branche hat ein schlechtes Image. Ein Grund sind die zunehmend arbeitnehmerunfreundlicher werdenden Arbeitszeiten. Dass Hotel- und Restaurantfachleute an den Wochenenden und Feiertagen parat stehen müssen, ist eine Selbstverständlichkeit. Allerdings ziehen sich die Schichten in die Länge, die Erholungsphasen werden immer knapper. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sind 13-Stunden-Arbeitstage durchaus üblich. Das allerdings gefährdet langfristig gesehen die Gesundheit und Motivation der Beschäftigten. Eine Überarbeitung der Arbeitszeitregelungen sei hier dringend notwendig, um mehr Flexibilität zu schaffen.

Eine aktuelle Umfrage der Gewerkschaft ergab, dass die überwiegende Mehrheit (81 Prozent) eine immer höher werdende Arbeitsbelastung verzeichnet. Beinahe jeder Zweite springt nach eigener Aussage in seiner Freizeit für seinen Arbeitgeber ein. Mit derartigen Aussichten ist es schwer, junge Menschen für eine Karriere in der Hotellerie zu begeistern.

Fazit: Tourismus als Chance für Köln

Kölns Beliebtheit ist im In- und Ausland ungebrochen. Der Wellness- und Medizintourismus, aber auch Städtereisen zu bestimmten Events werden auch in Zukunft immer mehr Besucher in die Stadt locken. Der wachsende Tourismus bedeutet einerseits eine florierende Wirtschaft, andererseits gehen besonders der Gastronomie die Fachkräfte aus. Die Stadt bereitet sich durch den Ausbau der Kölnmesse und einen Hotelplan auf diese Herausforderungen vor. Es gibt erste Ansätze, etwa junge Immigranten in die Gastronomie zu integrieren und qualifiziertes Personal auszubilden.