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10 Dinge, die ihr in Köln unbedingt machen solltet. Oder lieber nicht.

Vom Karneval über Kultur bis hin zur Trinkkultur. Es gibt Dinge, die sind in Köln einfach Pflicht. Hier eine vollkommen unvollständige Übersicht.

© Michael Kasiske PEK/ bilder-erzbistum-koeln.de

„Hey Kölle, du bes e Jeföhl!“ so beschreiben die Höhner in ihrem Songtext ihre Stadt und bringen es damit auf den Punkt. Die Domstadt haut zwar nicht mit ihrer Architektur jeden um – der Dom ist da natürlich eine Ausnahme – (immerhin wurden 80 Prozent der Stadt im Zweiten Weltkrieg vernichtet), aber schon nach einem kurzen Aufenthalt in der Rheinmetropole offenbaren sich die wahren Stärken Kölns und der Kölner. Leben und leben lassen – einen liberaleren Ort gibt es hierzulande kaum bis gar nicht. Egal auf was ihr steht, wie ihr gerne feiert, woran ihr glaubt und was ihr tut – hier könnt ihr es machen. PRINZ hat für euch eine kleine (und natürlich niemals vollständige) Liste davon zusammengestelt, was man in Köln unbedingt sehen und machen sollte und was man auf gar keinem Fall tun darf, inklusive Augenzwinkern.

 

1. Kölner Karneval, eine Stadt im Ausnahmezustand

© Ahoi-Party, MS RheinEnergie
Stadt verlassen oder mitfeiern – eine andere Möglichkeit gibt es nicht wirklich, wenn die Jecken die Straßen wieder unsicher machen. „Fastelovend“, „Fasteleer“ oder wie auch immer man das bunte Treiben nennen mag: Der Kölner Karneval ist eines der weltweit größten und bekanntesten Karnevalsfeiern. Nur hier sieht man um vier Uhr nachts einen Kerl im pinken Kleid, Silberkrönchen auf dem Kopf, einer Kippe im Mundwinkel und einem Bierchen in der Hand an sich vorbei radeln, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Von Wieberfastnacht bis Aschermittwoch (donnerstags bis mittwochs) ist halt nichts normal. Wohin ihr geht und was ihr macht ist eigentlich egal – keiner kann dem Karneval entkommen. Also kramt einen lustigen Hut aus dem Schrank und mischt euch unters Volk. Und trinkt ruhig ein Bierchen mit, oder lasst es mal zwei sein… Dann macht auch das Tanzen und mitsingen der kölschen Lieder unheimlich Spaß.

Unbedingt machen: Altweiber an der Zülpicherstraße feiern. Und: Verkleiden! Alle tun es. Wer nicht mitzieht hat nach 5 Minuten ein Herz ins Gesicht gemalt und Luftschlangen um den Kopf gebunden, oder Schlimmer noch…

Niemals machen: „Helau“ schreien. Außer ihr habt flinke Füße.

 

2. Kölsch und seine Brauereien

© Oliver Mörtl
Es scheint tatsächlich wahr zu sein – außerhalb Kölns mag niemand Kölsch – das helle, obergärige Stadtbier. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es rund 100 Brauereien, heute sind es ungefähr 32. Ein Ausflug in eines der Häuser lohnt sich immer, denn hier gibt es neben den wohl unfreundlichsten Kellnern der Welt (Köbes gennannt) auch herrlich deftiges Essen mit exorbitanten Portionen – beides sollte man mal gesehen und probiert haben. Serviert wird das Bier traditionell in dünnen 0,2 Gläsern (Stange), was damit zusammenhängt, dass das Bier nach dem Einschenken rasch verschalt, also seinen frischen Geschmack und auch seine Schaumkrone verliert. Dafür bekommt man nach dem Leeren des Glases ungefragt ein neues vor den Latz geknallt (es sei denn ihr legt einen Bierdeckel aufs Glas) – mürrischer Köbesblick inklusive (mit jedem weiteren Glas bekommt dieser aber eine Art Slapstick-Charakter).

Unbedingt machen: Haxe bestellen.

Niemals machen: Altbier bestellen, außer ihr legt es auf ein Hausverbot an.

 

3. Der Kölner Dom – tolle Aussicht, Draufsicht und Innensicht

© Michael Kasiske PEK/ bilder-erzbistum-koeln.de
Klar, den Kölner Dom kann man nicht übergehen. Schließlich ist es das ultimative Wahrzeichen der Stadt. Ob man gläubig ist oder nicht spielt im Prinzip keine Rolle – wenn man die imposanten Doppeltürme vor sich in den Himmel aufragen sieht, ist ein Moment der Ehrfurcht unvermeidbar. Da interessiert es auch kaum einen, ob in der riesigen Goldtruhe tatsächlich die Knochen der heiligen drei Könige stecken oder die Gebeine von wem auch immer. Sowohl von außen als auch von innen ist der Dom einfach atemberaubend schön und packt man tatsächlich all diese endlosen Stufen nach oben, genießt man eine tolle Aussicht über die ganze Stadt.

Unbedingt machen: Den Dom in Kölle lassen.

Niemals machen: Die unendliche Wendeltreppe nach oben nehmen, wenn man gerade etwas gegessen hat.

 

4. Zülpicherstraße: Lass mal einen Trinken gehen!

© bilderbuch-koeln.de
Studieren hin oder her, das Schönste dabei ist doch das gemeinsame feiern. Wenig überraschend also, dass die an den Campus angrenzende Zülpicherstraße und auch die parallel verlaufende Kyffhäuserstraße die wohl größte Kneipendichte der Stadt haben. Der Ort ist so cool, dass selbst Hollywood schon vorbeigeschaut hat. Die Einschusslöcher von Antony Hopkins, der im Stiefel seinen internationalen Kinofilm „Autobahn“ gedreht hat, könnt ihr seit dem unter einer Plexiglasscheibe auf der Wand verewigt bestaunen. Bei den vielen Cocktail Happy Hours (sind meist 24 Stunden-Hours und kosten alle um die 4 Euro) solltet ihr aber aufpassen – die meisten sind Mist. Ziemlich gut dagegen ist dafür das kulinarische Angebot. Vor allem am Wochenende steht ihr für einen Zülpi-Döner oder eine Falafel bei Habibi auch mal kurz an.

Unbedingt machen: Auf einen der 200 Shotsorten ins Shooter Stars vorbeikommen.

Niemals machen: Altweiber an der Zülpicherstraße feiern.

 

5. Chillen, grillen, Rheinwiesen

Der Sommer kommt, das ist zum Glück unvermeidbar. Und dann haben die stickigen Clubs und Kneipen in und um Köln zunächst mal Sendepause, dann findet der große Spaß unter freiem Himmel statt. Die Rheinwiesen (ob bei Poll, Rodenkirchen oder sonst wo) sind der perfekte Ort, um mit einem Haufen Freunde, Gitarren, einem Picknickset und einem Grill die Nächte am Rhein durchzumachen. Von der Sonne auf seiner Isomatte geweckt zu werden und das Kölner Panorama direkt vor sich ausgebreitet zu sehen ist absolut unbezahlbar. Wer nicht nur feiern will, kann sich in Sachen Sport – von Joggen bis Frisbee – an den Rheinwiesen austoben oder einfach nur die Natur genießen.

Unbedingt machen: Den Ort genau so sauber zurück lassen, wie man ihn vorfindet. Oder noch sauberer!

Niemals machen: Im Rhein schwimmen. Die Strömungen sind einfach zu stark und unberechenbar.

 

6. Kölner Lichter: Das Feuerwerk unter den Feuerwerken

© Volker Schneider Kölner Lichter
Das alljährliche Silvesterfeuerwerk mag ja ganz nett sein, kommt aber gegen das aufwendig inszenierte Lichtspektakel der Kölner Lichter nicht einmal annähernd dran. Für diesen Abend reisen Leute von nah und fern an, um sich von der krassesten Lightshow, die der Himmel so hergeben kann, zudröhnen zu lassen. Drumherum gibt es ein ausgiebiges Rahmenprogramm mit zahlreichen Bühnen, Künstlern, Fressmeilen und … einer Menge Absperrungen. Der Fluss ist voller Schiffe, die ein eigenes – meist ausverkauftes und nicht ganz billiges – Spaßangebot haben. Am besten plant ihr eine frühe Anreise ein, denn die Ufer sind brechend voll. Einen Überblick über den Ablauf bekommt ihr auf der Homepage

Unbedingt machen: Früh genug da sein.

Niemals machen: Abends einen Termin auf dem anderen Rheinufer haben. Vergesst es!

 

7. Durch Schätze stöbern

© Kölner Stadtflohmarkt
Nicht „Einmal im Monat, geh‘ ich auf den Flohmarkt“, wie es in Deichkinds Song „Der Flohmarkt ruft“ heißt, sondern ganze viermal im Monat habt ihr in Köln die Möglichkeit ausgelassen über den Flohmarkt zu schlendern. Jeden Samstag ab 7 Uhr kann auf dem Stadtflohmarkt (Parkplatz des Unicenters, Luxemburger Straße) getrödelt, gestöbert, gefeilscht und geshoppt werden. Privatverkäufer – aufgrund der Uninähe sind die meisten jung und hipp – bieten von Klamotten über Geschirr bis hin zu Schallplatten, Waren aller Art an. Auch den größten Morgenmuffeln verhilft das Marktcafé zu einem gelungen Start in den Shopping-Vormittag. Hier habt ihr jede Woche aufs Neue die Chance absolute Lieblingsteile zu entdecken und eben nicht nur „einmal im Monat“.

Unbedingt machen: Früh aufstehen oder gleich direkt durch machen. Ihr kennt ja die Sache mit dem frühen Vogel und so.

Niemals machen: Unverschämt feilschen. Auch wenn die Kölner aufgeschlossen und liberal sind, aber auch hier hört die Freundschaft bei Geld auf.

 

8. Nachtleben in Ehrenfeld

© Hexenmeister 70
E-Town ist geil. Und das Underground (schließt am 15.09.2017) geht immer. Wisst ihr zwar schon, kann man aber nicht oft genug betonen. Von Punkrock-Konzerten über Rock’n’Roll-Partys, ein paar Kicker-Runden bis hin zum gemütlichen Chillen im Biergarten – hier geht alles, aber nix muss. Und auch sonst ist der Charme rund um das Helios-Gelände nicht von der Hand zu weisen. Ob große Tanz- und Konzerthallen wie die Live Music Hall und die Werkstatt, oder kleinere Geheimtipps, wie das Sonic Ballroom oder die Jazzkneipe Barinton– Geschmäcker sind verschieden und Ehrenfeld ist vielfältig und bietet so gut wie alles. Man muss sich hier nicht auskennen, um die Nacht mit viel Vergnügen durchzumachen. Leider plant die Stadt umfassende Umstrukturierung des Gebiets. Sprich: Weg mit der Jugendkultur, her mit mehr Wohnraum und Einkaufsmeilen. Also genießt es, solange es noch da ist.

Unbedingt machen: Aus dem Underground kommen und merken, dass es hell ist.

Niemals machen: Sein Zeugs im Underground unbeaufsichtigt liegen zu lassen. Wird sofort geklaut.

 

9. Papa Joes – Kultlokale in der Altstadt

© www.tripadvisor.com
Papa Joe hat in der Altstadt gleich zwei benachbarte Kneipen – den Biersalon Klimperkasten und Em Streckstrumpf. Und letztere ist die angeblich älteste Jazzkneipe Deutschlands. Ob das stimmt ist egal, denn die kultigste ist sie auf jedem Fall. Das Unglaubliche – hier spielen seit 40 Jahren tatsächlich täglich wechselnde Jazzbands, sonntags sogar zwei. Der Eintritt ist immer frei. Gespielt wird – bei leckerem Papa Joe’s Bier (obergärige Brauspezialität) und Erdnüssen – hauptsächlich der traditionelle Jazz: New Orleans, Dixiland, Mainstream, Blues und Swing. Einzigartig wie das Jazzlokal, ist auch die Hausmarke Streckes. Die frische, mehrfach prämierte Bierspezialität, wird exklusiv für Papa Joe’s Jazzlokal gebraut.

Unbedingt machen: Klar – „Streckes“ probieren.

Niemals machen: Hier kann man eigentlich alles machen.

 

10. Nachtleben auf den Ringen

Auch auf den Ringen kann man feiern. Sollte man? Das kommt ganz drauf an, auf was ihr steht. Ihr könnt euch ganz entspannt auf die Terrasse einer der zahlreichen Bars chillen und ganz stressfrei an der krass befahrenen Straße Abgase schnüffeln und der Polizei dabei zusehen, wie sie die hin und her fahrenden Ferraris, Maseratis und Lamborghinis herauswinken und in den Reifen nach Koks suchen. Ist das euer Klientel und Spaßfaktor, seid ihr hier bestens aufgehoben. Eure Bodys shakt ihr im Diamonds Club oder im Nachtflug. Zusammen Kerlen, die Anerkennung für ihre gestählten McFit Körper suchen. Wem das nicht zusagt, kann in die Klapsmühle gehen – dort ist das ganze Jahr Karneval oder Mallorca-Stimmung. Herb irisch wird im Jamesons getrunken, ähm gefeiert. Cheers!

Unbedingt machen: In Ehrenfeld feiern.

Niemals machen: Auf den Ringen feiern.


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