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Hood Check: Wolfgang-Heinze-Straße Connewitz

Fakt ist: Die Karl-Heine-Straße und die Karl-Liebknecht-Straße sind nicht nur wohl bekannt, sondern wohl auch sehr beliebt und sowieso schon in aller Munde. 



Fakt ist: Die Karl-Heine-Straße und die Karl-Liebknecht-Straße sind nicht nur wohl bekannt, sondern wohl auch sehr beliebt und sowieso schon in aller Munde. Deswegen gibt es von uns einen „Hood-Check“ der Straßen, denen bisher noch nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Anfangen werden wir mit der Wolfgang-Heinze-Straße in Connewitz.

Spätis

Welch’ ein Glück die Wolfgang-Heinzerianer haben. Gleich zwei Spätis machen es sich auf der Connewitzer Magistrale gemütlich. Noch viel glücklicher kann man sich dahingehend schätzen, dass es sich hier nicht um 0815, sondern tolle 04277-Spätverkäufe handelt. Der Lazy Dog bietet neben gängigem Späti-Repertoire zudem Wein, Kaffee, vegane Speisen, eine riesige Auswahl an Knabberzeug und den Hausknaller: Hot Dogs! Diese variieren je nach kulinarischer Lebenseinstellung zwischen Tofu, Seitan oder Wiener – für 2€ bis 2,50€.
Der Schwan (Le Cygne) kombiniert das Modell von Café und Späti wahrscheinlich so schön wie kein anderer. Auch hier kommt der Veganer auf seine Kosten und kann sich zwischen Muffin und Schokocroissant schön durch Connewitz knabbern. Dass der Späti zudem auch ein früher
Vogel ist, beweist er mit seinem Frühstücksteller, der mit verschiedenen Aufstrichen und Co. den Kater vom Vortag sogar noch wegzuboxen vermag.

Bars

Dass das Barometer auf der Heinze recht hoch angesetzt ist, erklärt nicht nur die bunte Geräuschkulisse zur späten Abendstunde. Läuft man vom Connewitzer Kreuz zum Conne Island fällt es schon schwer, kein aktives Barhopping zu betreiben. Und das sind die geselligen Kameraden, die zum Boxenstopp animieren: Die Zwille, Könich Heinz, Bill Hart, Goldfish und das Black Label.

Allein in Anbetracht des Einrichtungsstils fällt die Zwille auf jeden Fall aus dem Rahmen! Die Atomsphäre platziert sich irgendwo zwischen Märchenwald und Geheimversteck. Wie kann einem das Bier da nicht bekommen? Zudem finden ab und an auch Lesungen in der Zwille statt!
Der Könich Heinz, eine feste Connewitzer Instanz, trägt nicht umsonst die Krone. Hier geht es weder um Schnick noch Schnack, sondern um Bier, Musik, Darts und Fußball! Ob WM, EM, Bundesliga oder Champions League – alles wird via Sky live übertragen.

Alle guten Dinge sind schwarz: Das Black Label ist ein Pub wie es im Buche steht. Regelmäßige Live-Auftritte verleihen der Kneipe den
nötigen musikalischen Hintergrund. Metal, Punk, Rock und Co. fühlen sich im Black Label genauso wohl, wie der eingefleischte Hopfen-Freund.

Kultur          

Dass sich das Label „Kultur“ auch die Spätis und Bars verdient haben, ist Tatbestand. Doch in dieser Kategorie gilt es,
die noch fehlenden und für Leipzigs Kultur und Szene ausschlaggebend tragenden Instanzen aufzugreifen. Ohne großen „Surprise Surprise“-Effekt handelt es sich hier um das UT Connewitz und das Conne Island.

Das UT wurde 2001 von 12 Mitgliedern gegründet. Es galt: Leerstand zu beseitigen und eine
Kulturstätte entstehen zu lassen. Und es gelang! Das denkmalgeschützte Gebäude schützt nun nicht nur sich, sondern vor allem Konzerte, Lesungen, Theater und Film!

Das selbstverwaltete Jungend- und Kulturzentrum, Conne Island, schlägt den Fächer der Vielfältigkeit in voller Breite auf: Café, Disco, Lesung, Konzerte, Podiumsdiskussion, Ausstellungen, Outdoor-Skatepark, Freisitz, Hängematte – Luft holen – Open Mic, Proberäume, Basketball, Tischtennis und und und. Da brauchen wir jetzt kein Palaver verlieren, die Vielfältigkeit spricht für sich
selbst.

Basteln, Tüfteln, Werkeln, Lesen

Auch für die Kreativköpfe gibt es auf der Heinze vielerlei Anlaufpunkte. Und das ganz gleich, ob es sich um einen Fein- oder Grobmotoriker handelt: Frija Keramik, Kettenreaktion, Buntgarn, Taka Tiki, Musikhaus Korn und Buchhandlung W.
Otto.

Bei Frija Keramik kann man nämlich die schöne Keramik nicht einfach nur kaufen, sondern eben auch selbst bemalen und verzieren. Ideale Gruppenbeschäftigung, im Übrigen!
Bei der Kettenreaktion handelt es sich um einen Fahrradladen, der mit seinen Jungs nicht nur mit Rad und Tat zu Seite steht! Auf der Suche nach Einzelteilen, Kleinteilen und Gebrauchträder werdet ihr hier fündig und eurem gerädertem Glück wird auf die Sprünge geholfen.

Beim Buntgarn handelt es sich um einen Stickereiladen, der jedwede Textilie bedruckt, benäht oder graviert. Egal ob Direktbestickung, Aufnäher, 3-D-Stickerei, 360°-Cap-Bestickung, Druck oder Lasergravur – aus langweiligem Rohmaterial wird ein individueller Stoffzauber!

Was in den verbliebenen Kreativ-Hot-Spots Connewitz geschieht, lässt sich einfach erklären. Im Taka Tiki vibriert die Nadel und ihr könnt eure Haut nicht nur mit ewiger Farbe verschönern, sondern auch mit Piercing und Co. Nebenbei hat das Taka Tiki ein ausgewähltes Klamotten- und Accessoire-Sortiment, welches auch des Stöberns wert ist.
Im Musikhaus Korn vibriert die Stimmgabel. Eine große Auswahl an Musikinstrumenten, DJ-Equipment, Studiotechnik und fachkompetente Beratung – „Music for Life“ – so ist es!
In der Buchhandlung W. Otto vibriert das Leseherz. Vielleicht schlägt es aber auch nur ein wenig höher. Denn bis in den letzten Winkel ist jedes Regal vollgestopft und in jeder Ecke lauert das schöne geschriebene Wort. 38m2 pure Lesefreude!

Essen                     

Luft, Liebe und Bier sind zwar schon eine ziemlich gute Formel für Zufriedenheit, doch so ein voller Magen trägt auch sein Teil dazu bei. Den
kann man natürlich in angeführten Bars und Spätis sowie im Conne Island auch schon befriedigen, doch bietet die Heinze auch noch die Fleisch- und Wurstspezialitäten, deli, Naturbackstube, Steinzeit-Back, Betten Költzsch und Krumbirne.

Bei den Fleisch- und Wurstspezialitäten gibt es alles, was einen Vegetarier in die Flucht
schlägt, beherzten Fleischverzehrer aber mittels Spanferkel-Rollbraten, Fischplatten, Schweineleber, Lammkeule, Kasslerrippchen, Krautwickel, Soljanka u.v.m. bis auf den letzte Eisenwert besänftigen sollte.

Das deli empfängt den Gast mit einer kreativen Auswahl an Burger, Sandwiches, Salaten, Suppen, Desserts und Getränken: Alles VEGAN, falls man das sich daneben befindende Schnitzel-Paket der Fleisch- und Wurstspezialitäten kompensieren muss. Viel Platz ist nicht, aber es heißt ja: Wenn etwas kleiner ist als das Große, so ist es darum noch lange nicht unbedeutend! Und unbedeutend ist das deli bei weitem nicht.

Die beiden sich genau gegenüber befindenden Bäcker sind ebenfalls jeweils einen Besuch wert. Die Naturbackstube überzeugt mit viel Individualität, sympathisch-lockerer Bedienung und Natürlichkeit. Letzteres findet sich in der Brötchenpolitik der Backstube wieder: In den Backwaren werden nur Rohstoffe und Zutaten verwendet, wie sie aus der Natur gewonnen werden – ohne Zusatz von künstlichen oder naturidentischen Stoffen. Neben den Bioprodukten bietet die Bäckerei auch veganen Bauernkuchen (das sehr große Stück 1,50€) an. 

Auch die Produkte des Steinzeit-Backs erfüllen moralische Vorgaben. Ausnahmslos ohne chemische Zusätze und in Handarbeit angefertigt, gibt es 40 Sorten Kuchen und Torten, Baguettes und Hanfbrote.

Uns vielleicht schon, des Konzepts wegen, aus Plagwitz bekannt, hat sich die Krummbirne (HIER geht es zum PRINZ Test: Krummbirne) auf die Heinze gepflanzt. Krumbirne ist im Grunde nur ein anderes Wort für Kartoffel und da haben wir es schon: „Eine heiße Kartoffel ist wie eine innige Umarmung“, heißt es. Und diese Umarmung gibt’s auf sizilianisch, orientalisch oder auch mit Lachs oben drauf. Um die 4,50€ zahlt ihr für die frischen Ofenkartoffeln.


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